Deutsche Telekom: Glänzende Aussichten trotz gedämpfter Kursreaktion
Die Deutsche Telekom zeigt sich trotz eines gemischten Marktfeedbacks nach einem Rekordjahr optimistisch für die kommenden Geschäftsjahre. Konzernchef Tim Höttges signalisiert, die Erfolgsstory auch im Jahr 2025 fortsetzen zu können. Aktionäre dürfen sich auf eine historische Dividendenausschüttung freuen, dennoch verhielt sich der Aktienmarkt reserviert: Die Telekom-Aktien verloren am Mittwoch 2,3 Prozent an Wert. JPMorgan-Analyst Akhil Dattani sieht Gewinnmitnahmen als Ursache, nachdem der Wert der Aktie kürzlich gestiegen war.
Der Dax-Konzern prognostiziert für das laufende Jahr ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen inklusive Leasingkosten (Ebitda AL) von rund 44,9 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 4,5 Prozent entspricht. Der bereinigte freie Finanzfluss (Free Cashflow) soll um etwa vier Prozent auf 19,9 Milliarden Euro wachsen. Beide Werte liegen jedoch unter den Erwartungen der Analystengemeinde, was die Telekom unter anderem mit konservativen Währungsannahmen erklärt. Im Gegensatz zur Telekom setzen die Analysten auf aktuellere Wechselkurse.
JPMorgan hebt hervor, dass der Ausblick in Teilen verhalten wirkt, insbesondere außerhalb des US-Geschäfts enttäuscht der Umsatz. Besonders der Absatz von Geräten und Dienstleistungen im Festnetzsegment in Deutschland bleibt hinter den Prognosen zurück. Laut Barclays-Analyst Mathieu Robilliard entsprach das vierte Quartal nicht den Vorstellungen. UBS-Analyst Polo Tang sieht verschobene öffentliche Investitionen als einen Grund dafür. Dennoch zeigen sich Fachleute langfristig optimistisch.
2023 erwirtschaftete die Telekom einen Umsatz von 115,8 Milliarden Euro, was einem Plus von 3,4 Prozent entspricht. Das Ebitda AL stieg um 6,2 Prozent und entsprach weitgehend den Erwartungen der Branche. Der Nettogewinn betrug 11,2 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr Sondereffekte wie der Verkauf von Funktürmen für einen Gewinn von 17,8 Milliarden gesorgt hatten. Anteileigner können sich auf eine Dividende freuen, die mit 90 Cent je Aktie höher ausfällt als je zuvor, nach 77 Cent im Vorjahr.
Die positive Entwicklung stützt sich weiterhin maßgeblich auf die US-Tochter T-Mobile US, an der die Deutsche Telekom 51,5 Prozent hält. T-Mobile US hatte Ende Januar ambitionierte Ziele für das Kundenwachstum und den freien Cashflow präsentiert. So soll die Zahl der Vertragskunden um bis zu 6 Millionen zunehmen. Auch beim freien Finanzfluss überrascht T-Mobile positiv mit ambitionierten Zielen und angekündigten Übernahmen, etwa im Bereich Mobilfunk und Glasfasertechnologie, die weiteres Wachstum versprechen.

