Deutsche Staatsanleihen: Ruhe vor der Woche der großen Entscheidungen
Der Kurs der deutschen Staatsanleihen hat zu Beginn der Woche einen leichten Rückgang erfahren, nachdem in der vergangenen Woche noch Gewinne zu verzeichnen waren. Der Euro-Bund-Future, ein bedeutendes Barometer für die Entwicklung am Anleihemarkt, fiel im frühen Handel um 0,12 Prozent und notiert aktuell bei 131,12 Punkten. Trotz dieses Rückgangs bleibt der Bund-Future auf einem mittelfristigen Erholungskurs, nachdem er im März des laufenden Jahres ein Mehrjahrestief von 126,53 Punkten erreicht hatte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen steht derzeit bei 2,53 Prozent.
In dieser Woche richten sich die Blicke der Marktteilnehmer neben der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag auf den sich zuspitzenden Handelskonflikt und den US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird.
Aus technischer Perspektive bescheinigen die Analysten der Helaba dem Bund-Future eine stabilisierende Position oberhalb der 21- und 100-Tage-Linien, die derzeit bei 130,55 Punkten beziehungsweise 130,40 Punkten verlaufen und somit als Unterstützungspunkte fungieren. Der 55-Tagedurchschnitt bei 130,03 stellt eine weitere relevante Haltemarke dar, während Widerstände im Bereich um 132,00 Punkte auszumachen sind.
Am Rentenmarkt haben die Experten der Dekabank beobachtet, dass die wöchentliche Abfolge von negativen Nettoemissionen bei Euroland-Staatsanleihen ein Ende gefunden hat. Diese Woche wird mit einem positiven Nettoemissionsvolumen von knapp 30 Milliarden Euro gerechnet. Die weiterhin verlässliche Liquiditätslage, bedingt durch Umschichtungen von Geldmarktanlagen in längerfristige Positionen im Zuge fallender Zinsen seitens der EZB, dürfte den Primärmarkt in einer stabilen Verfassung halten. Generell wird erwartet, dass die Zinsen seitwärts tendieren.

