Deutsche Polstermöbelindustrie kämpft mit Umsatzrückgängen: Ein Blick hinter die Kulissen
Die deutsche Polstermöbelindustrie steht aktuell vor einer Herausforderung, die sich seit mehreren Jahren abzeichnet. Laut dem Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie verzeichnete die Branche zwischen Januar und Juli 2023 einen Umsatz von etwa 540 Millionen Euro, was einem Rückgang von rund 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bereits 2024 waren die Umsätze rückläufig, und dieser Trend setzt sich fort.
Besonders im Inland zeigt sich die schwierige Lage deutlich: Hier brachen die Umsätze in den ersten sieben Monaten um ganze 10 Prozent ein. Der Grund liegt laut dem Vorstandsvorsitzenden Leo Lübke in der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Verbraucher, die angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten große Anschaffungen meiden.
Die Anzahl der Bestellungen war bis August etwa 5 Prozent geringer als im Vorjahr. Geschäftsführer Jan Kurth führt dies teils auf den schleppenden Wohnungsbau zurück, der traditionell eng mit der Nachfrage nach neuen Möbeln verbunden ist. Zwei Drittel ihres Umsatzes erzielt die Branche nach wie vor im Inland, während der wichtigste Exportmarkt die Schweiz bleibt.
Die Erlöse im Ausland sind hingegen weitgehend stabil geblieben, mit der Schweiz, Österreich und Frankreich als Schlüsselmärkten. Hingegen belastet der Import von Möbeln aus Polen und China die heimische Produktion. In Deutschland beschäftigt die Polstermöbelindustrie derzeit rund 4.000 Menschen, ein Rückgang um etwa 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Während die Polstermöbelindustrie unter Druck steht, kann die Küchenmöbelbranche für 2023 eine optimistische Nachfrage verzeichnen. Zwischen Januar und August stieg der Auftragseingang um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – ein Lichtblick in einem sonst angespannten Marktumfeld.

