Deutsche Grenzkontrollen: Staus und Herausforderungen in der Ferienzeit
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in der laufenden Ferienperiode ein erhöhtes Verkehrschaos an der deutsch-polnischen Grenze als unausweichlich an. Andreas Roßkopf, der Vorsitzende für Bundespolizei und Zoll bei der GdP, betont, dass die derzeitigen Durchfahrtskontrollen den Verkehrsfluss spürbar bremsen und so zu ausgedehnten Staus führen können. Um den Druck zu mindern, fordert er verstärkete mobile Kontrollen durch den Bund.
Diese Maßnahmen sind Teil der seit Oktober 2023 bestehenden Stichprobenkontrollen, die Deutschland implementiert hat, um irreguläre Migration zu unterbinden. Diese Kontrollen, in Kombination mit zusätzlichen Maßnahmen Polens seit Juli, verursachen merkliche Verkehrsbehinderungen, wie der jüngste Stau auf der A 12 bei Frankfurt (Oder) demonstriert.
Das Bundesinnenministerium arbeitet bereits mit der Bundespolizei an Lösungen, um die Verkehrssituation zu entspannen. Ein Vorschlag von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ist, die Autobahn 12 um eine dritte Fahrspur zu erweitern. Roßkopf selbst plädiert für flexiblere Kontrollmethoden, die moderne Technologien wie Container und Drohnen nutzen, um eine effektivere Grenzkontrolle zu gewährleisten.
Zusätzlich sieht sich die Bundespolizei mit einem Anstieg der zurückgewiesenen Migranten konfrontiert, die Polen nicht anzunehmen bereit ist. Diese Situation stellt die Bundespolizei vor erhebliche zusätzliche Herausforderungen, da jeder Fall von Nichtannahme den Arbeitsaufwand erheblich erhöht.
Zwar bringt Deutschland eine große Anzahl von Rückweisungen zustande, doch die Asyl- oder Schutzersuche verbleiben in einem niedrigen dreistelligen Bereich, was die Debatte um die Effizienz und Nachhaltigkeit der aktuellen Maßnahmen weiter anheizt.

