Deutsche Exporte in die USA brechen ein: Handelsstreit eskaliert
Die deutschen Exporte in die USA sind durch den anhaltenden Handelsstreit mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump stark beeinträchtigt. Vor allem die Automobilbranche leidet unter den steigenden Zolldrohungen, die im Zuge des Grönland-Konflikts an Schärfe gewinnen. Fachleute prognostizieren weitere Rückschläge für deutsche Exporteure, selbst wenn der Disput um die Arktisinsel beigelegt werden sollte.
Experten wie Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung sprechen von einem US-Markt, der sich von einem Wachstumsmotor zu einem Risikofaktor für deutsche Unternehmen gewandelt hat. Die vorerst letzte Hoffnung auf eine Stabilisierung des Handels durch ein im Sommer 2025 vereinbartes Zollabkommen wurde durch die neuen Eskalationen im Grönland-Streit zerstört.
Aufgrund dieser Spannungen sank der deutsche Exportüberschuss mit den USA auf den tiefsten Stand seit dem Pandemiejahr 2021. Die Exporte von Januar bis November 2025 beliefen sich auf 135,8 Milliarden Euro—ein Rückgang um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Importe aus den USA hingegen stiegen leicht an. Dennoch blieben die USA Deutschlands wichtigster Handelspartner, gemessen am Handelsbilanzüberschuss.
Besonders hart getroffen sind Deutschlands Autohersteller. Ihre Exporte in die USA sanken um 17,5 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro im Verlauf des Jahres 2025. Auch der Maschinenbau erlitt Rückgänge, während Exporte von Pharmazeutika leicht steigen konnten.
Die aktuelle Eskalation des Handelsstreits über den Grönland-Konflikt wird durch geplante Zollerhöhungen verschärft, die von Trump angekündigt wurden. Diese sollen so lange bestehen bleiben, bis eine Einigung über den 'vollständigen und umfassenden Kauf Grönlands' erreicht ist. In der Zwischenzeit droht die EU, eigene Maßnahmen gegen die USA zu ergreifen, einschließlich ausgesetzter Zölle und möglicher strafender Sanktionen.
Eine Studie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft zeigt derweil, dass die USA mit den eigenen Zöllen in erster Linie sich selbst schaden, da die US-Verbraucher die überwiegende Mehrheit der Kosten tragen.
Als Ergebnis des Konflikts hat sich der globale Handel verschoben. China ist nun zum bedeutendsten Handelspartner Deutschlands aufgestiegen und überholt die USA mit einem Handelswert von 231 Milliarden Euro. Dirk Jandura vom Exportverband BGA verweist auf die langfristigen negativen Auswirkungen der Zölle und die Notwendigkeit, neue Märkte zu erschließen.

