Deutsche Elektroindustrie mit Exportrekord trotz Herausforderungen

Trotz der jüngsten Unwägbarkeiten auf globaler Ebene zeigt sich die deutsche Wirtschaft in Teilen robust. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, ein essenzielles Konjunkturbarometer, stieg im Februar um 1,0 Punkte auf 88,6 Zähler und signalisiert ein leichtes Wachstum. Die Industrie, Dienstleister und der Bausektor berichten von einem positiven Trend, während der Einzelhandel leichte Rückgänge verzeichnet.
Wirtschaftsanalyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg hebt hervor, dass die jüngsten Entwicklungen auf eine Trendwende hindeuten. Die anhaltende Unklarheit über die US-Zollpolitik des ehemaligen Präsidenten Donald Trump belastet jedoch weiterhin viele Unternehmen. Indes schätzt die Bundesregierung, dass die Wirtschaft 2026 um ein Prozent wachsen könnte. Dies steht im Einklang mit Einschätzungen der Bundesbank, die von einer verhaltenen Erholung im ersten Quartal ausgeht.
Christoph Swonke von der DZ Bank sieht Deutschland auf dem Weg aus dem Konjunkturtal heraus, unterstrichen durch Regierungspakete zur Infrastruktur- und Verteidigungsförderung. Hingegen bleibt Robin Winkler von der Deutschen Bank optimistischer und sieht Anzeichen für einen kräftigeren wirtschaftlichen Aufschwung.
Für Aufsehen sorgt die deutsche Elektro- und Digitalindustrie, deren Exporte 2025 auf fast 258 Milliarden Euro kletterten, trotz widriger äußerer Umstände wie den Zollerhebungen der USA. Besonders der europäische Markt und ein erfolgreiches Schlussquartal trugen zu diesem Erfolg bei. Dem Maschinenbau hingegen bereitet der Zollstreit zunehmend Probleme, mit einem Einbruch der Exporte in die USA um acht Prozent.
Trump verschärfte kürzlich die Zollstreitigkeiten durch die Ankündigung neuer Abgaben, nachdem der Supreme Court ihn in seiner Zollpolitik beschränkt hatte. Dies wirft Fragen über die Zukunft des Handelsdeals zwischen der EU und den USA auf, der noch auf die Zustimmung des EU-Parlaments wartet. Der Vorsitzende des Handelsausschusses, Bernd Lange, sprach sich für eine Aussetzung des Abkommens aus.
Dekabank-Ökonom Ulrich Kater rät, die Entwicklungen auf dem Zollparkett nicht zu überbewerten, und verweist darauf, dass die innerdeutsche Wirtschaftsreform an oberster Stelle stehen sollte. Der Ifo-Geschäftsklimaindex spiegelt nach Einschätzung von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer noch nicht das notwendige Wachstum wider, obwohl impulsgebende Rüstungsaufträge vorlägen.

