Deutsche Börse auf Expansionskurs: Milliardendeal mit ISS Stoxx

Die Deutsche Börse hat einen weiteren bedeutenden Expansionsschritt unternommen und übernimmt den Daten- und Indexanbieter ISS Stoxx vollständig. Die bislang vom Finanzinvestor General Atlantic gehaltenen 20 Prozent werden für 1,1 Milliarden Euro erworben, ein Betrag, der durch eine Kombination aus Barzahlung und Krediten bereitgestellt wird. Ursprünglich wurde ein Börsengang von ISS Stoxx in Erwägung gezogen, der jedoch nicht zur Umsetzung kam und nun endgültig vom Tisch ist. Der Rückzug von General Atlantic soll bis Ende März abgeschlossen sein.
ISS Stoxx geriet zuletzt in den USA unter politischen Druck, da das Unternehmen unter anderem Indizes für Fonds und Nachhaltigkeitslösungen bereitstellt und dadurch ins Visier von Präsident Donald Trump geraten ist, der bekannten Nachhaltigkeits- und Diversitätsregelungen kritisch gegenübersteht. Trotz dieses Gegenwinds erwartet die Deutsche Börse nach der Übernahme weiterhin eine hohe Kreditwürdigkeit mit der Bonitätsnote "AA", was entscheidend für die Stabilität der Finanzierungskosten bei künftigen Unternehmenskäufen ist. Während die Deutsche Börse mit Wachstum aus eigener Kraft kalkuliert, bleibt der Fokus auf strategischen Übernahmen bestehen.
Diese Akquisition markiert den zweiten großen Deal innerhalb weniger Wochen für den Dax-Konzern. Im Januar wurde die geplante Übernahme der Fondsplattform Allfunds für über fünf Milliarden Euro bekanntgegeben, welche nach Genehmigung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte darstellen würde. Bis zur finalen Abwicklung dieses Deals bleibt der Erwerb des dänischen Softwareherstellers Simcorp im Jahr 2023 für 3,9 Milliarden Euro der größte Zukauf. Die Technologie von Simcorp unterstützt Anlageverwalter und Finanzinstitute bei der Effizienzsteigerung.

