Deutsche Automobilindustrie unter Druck: Massive Stellenverluste und Standortkrise

Die Automobilbranche in Deutschland verzeichnete im vergangenen Jahr erneut signifikante Arbeitsplatzverluste. Aktuellen Schätzungen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zufolge waren im letzten Jahr 726.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Im Vergleich dazu waren es 47.000 weniger als im Vorjahr und nahezu 107.000 weniger als im Vorkrisenjahr 2019.
Nahezu zwei Drittel der Unternehmen, die an einer Branchenumfrage teilnahmen, berichteten von einem Stellenabbau in ihren deutschen Niederlassungen im vergangenen Jahr. Erschreckend dabei ist, dass fast die Hälfte dieser Betriebe auch aktuell weiter Stellen abbaut. Bemerkenswert ist, dass etwa ein Viertel der Unternehmen ausschließlich in Deutschland Personal abbaut und gleichzeitig im Ausland neue Stellen schafft.
Hildegard Müller, die Präsidentin des VDA, äußerte sich besorgt über die Entwicklung und kritisierte eine "massive Standortkrise" in Deutschland. Sie führte aus, dass sich die Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa zunehmend verschlechtern, was vor allem mittelständische Unternehmen im Automobilsektor erheblich unter Druck setzt.
In ihrer Kritik nahm sie auch die europäische Politik ins Visier. Sie betonte, dass die Wirtschaft in Brüssel häufig auf eine Mischung aus Realitätsverweigerung und Relevanzillusion trifft. Für die Branchenumfrage des VDA, die zwischen dem 11. und 25. Januar durchgeführt wurde, wurden 124 Zulieferer befragt.

