Der Wandel der Armbanduhr: Vom praktischen Zeitanzeiger zum Lifestyle-Accessoire

Foto: pixabay / CC0 Creative Commons

Die Armbanduhr hat sich im Laufe ihrer über 200-jährigen Geschichte nicht nur optisch und technisch stetig weiterentwickelt. Auch ihre Wahrnehmung wandelte sich mit der Zeit : Diente die Armbanduhr anfangs lediglich als praktischer Zeitanzeiger, wird sie von vielen Menschen heute als trendiges Lifestyle-Accessoire betrachtet, das die Persönlichkeit unterstreicht und ein modisches Statement abgibt.

Die Geschichte der Armbanduhr

Die ersten Armbanduhren basierten auf Taschenuhren, die bereits im frühen 15. Jahrhundert gebaut wurden. Im Laufe der Zeit kamen die Menschen auf die Idee, diese kompakten Uhren auch mithilfe von Armbändern am Handgelenk zu tragen. Dennoch dauerte es annähernd 300 weitere Jahre, bis die erste offizielle Armbanduhr 1806 entwickelt wurde. Die französische Kaiserin Joséphine de Beauharnais, die Gemahlin des berühmten Napoleon, schenkte ihrer Schwiegertochter Auguste Amalia zur Hochzeit ein mit Perlen besetztes Armband, in das eine kleine Uhr eingearbeitet worden war. Gefertigt hatte das geschichtsträchtige Schmuckstück der Pariser Hofjuwelier Etienne Nitot. Durch die fortschreitende Technik wurden die Uhrwerke in den Folgejahren kleiner, was der Entwickelung weiterer Armbanduhren zugutekam. Zunächst waren Armbanduhren aber lediglich wohlhabenden Frauen vorbehalten, Männer bevorzugten weiterhin die an einer Kette getragene Taschenuhr.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte der praktische Nutzen die Armbanduhr in der Bevölkerung immer beliebter. Erst verwendeten sie Frauen nicht mehr länger nur bei gesellschaftlichen Anlässen, sondern auch im Beruf zum Ablesen der Zeit. Langsam fanden sie dann auch bei Männern Verbreitung. Einen gewaltigen Schub bekam die Armbanduhr dann ausgerechnet durch den Ersten Weltkrieg und weitere kriegerische Konflikte. Immer mehr Soldaten und Piloten griffen nämlich zur Armbanduhr, weil sie sich im Eifer des Gefechts als deutlich praktischer erwies, als eine an der Kette baumelnde Taschenuhr. So fand die Armbanduhr schließlich auch bei den Männern in der Bevölkerung wachsenden Anklang. Immer mehr Hersteller brachten ihre technisch zunehmend ausgereifteren Modelle auf den Markt und ab etwa 1930 verdrängte die Armbanduhr langsam die Taschenuhr.

Die Armbanduhr wird zum schicken, funktionalen Zeitmesser

Die ersten Armbanduhren waren natürlich noch analog. Im Jahre 1970 entwickelte der Erfinder Peter Petroff den ersten Prototyp einer digitalen Armbanduhr, die ein paar Jahre später serienmäßig in den Verkauf kam. Heutzutage sind Armbanduhren sowohl mit Skalen- als auch mit Ziffernanzeige beliebt; häufig werden beide Arten auch miteinander kombiniert. War die Armbanduhr anfangs ein schlichter Zeitanzeiger, gibt es sie inzwischen mit vielfältigen Zusatzfunktionen als zum Beispiel Sportuhr, Taucheruhr und Militäruhr. Allgemein sehr beliebt wurden sogenannte Chronographen, bei denen es sich um eine Armbanduhr mit zusätzlicher Stoppfunktion handelt. In den letzten Jahren verbreiteten sich Smartwatches immer mehr, also Armbanduhren mit den Grundfunktionen eines Smartphones. Sie entsprechen dem modernen Lifestyle und ihr Siegeszug dürfte noch lange nicht vorbei sein.

Die Armbanduhr als Lifestyle-Accessoire

Die Zeit ablesen kann man heutzutage auch vom Smartphone, das ohnehin jeder mit sich trägt. Außer Mode ist die Armbanduhr deswegen aber keineswegs, weil sie sich im Lauf ihrer Entwicklungsgeschichte immer mehr vom praktischen Zeitmesser zum Lifestyle-Accessoire entwickelt hat. Sie ergänzt die Outfits modebewusster Frauen und Männer bei allen Anlässen und zu jeder Jahreszeit. Auch Stars aus Fußball, Sport und Fernsehen betonen ihre Persönlichkeit gerne mit einer Armbanduhr.

Armbanduhren gibt es in unzähligen Varianten und Ausführungen – elegant, sportlich oder ausgefallen. Der Klassiker ist ein Uhrenarmband aus Leder, aber auch aus Metall, Stoff oder gar Holz gefertigte Bänder mit entsprechenden Gehäusen sind auf dem Markt erhältlich. Auch preislich ist die Auswahl an Armbanduhren schier grenzenlos. Von der Billiguhr für ein paar Euro bis hin zur teuren Luxusuhr wie Breitling und Rolex ist alles zu haben. Wer heutzutage eine Armbanduhr trägt, tut dies nicht mehr in erster Linie, um die Zeit abzulesen, sondern um Modebewusstsein zu demonstrieren und seine individuelle Persönlichkeit zu unterstreichen. Dementsprechend sollte eine Armbanduhr auch immer zur Trägerin bzw. dem Träger passen. Bei der Vielfalt verschiedener Uhrenmodelle und Marken dürfte jeder schnell eine passende Armbanduhr finden, die dann seine Außenwirkung gelungen ergänzt und ein starkes modisches Statement abgibt.

Lifestyle / Mode / Uhren
23.04.2021 · 10:13 Uhr
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