Der Aldi-PC als Museumsstück: Ein Blick zurück in die Technikgeschichte Deutschlands
Der legendäre Aldi-PC, einst Symbol für erschwingliche Computertechnologie in Deutschland, ist nunmehr Teil einer Ausstellung im renommierten Haus der Geschichte der Bundesrepublik in Bonn. Vor rund 30 Jahren verhalf der Discounter Aldi der breiten Masse zu einem bezahlbaren Einstieg in die Welt der Computertechnik.
In den 90er-Jahren standen die Menschen in Deutschland, dem Land der Schnäppchenjäger, in langen Schlangen vor den Aldi-Filialen, um eines der begehrten Geräte zu ergattern. Mit der Eröffnung eines Tower-PCs aus dem Jahr 1997 als erstes Exponat würdigt das Museum diese Ära der Technikgeschichte.
Der Computer, der erstmals 1995 in den Regalen von Aldi stand, erlangte seinen Kultstatus durch den attraktiven Preis und die vergleichsweise leistungsstarke Hardware, obgleich er anfangs mit dem veralteten Betriebssystem Windows 3.11 ausgeliefert wurde. Der Durchbruch des Aldi-PCs folgte 1997 mit einem Medion-PC, ausgestattet mit einem Pentium-166-Chip von Intel, der für knapp 1.800 D-Mark verkauft wurde.
Die Faszination für den Aldi-PC sorgte vielerorts für turbulente Szenen, wie im November 1997 in Konstanz, als der Ansturm auf das Gerät sogar in einem handgreiflichen Streit mündete. Während die meisten solcher Schnäppchenjagden friedlich blieben, verkauften Aldi und Medion in den nächsten Jahren unzählige Geräte, und bald drängten auch Konkurrenten wie Lidl und Norma mit PC-Angeboten auf den Markt.
Die klassischen Computerhändler, darunter das Unternehmen Schadt Computertechnik in Stuttgart, litten unter diesem Boom der Discounter-PCs und versuchten mit kreativen Angeboten zu kontern, konnten dem Druck aber nicht standhalten. 1998 musste Schadt schließlich Insolvenz anmelden.
Durch die Aufnahme des Aldi-PCs in die Sammlung des Hauses der Geschichte wird an ein bedeutendes Kapitel der Alltagsgeschichte erinnert. Laut einer Museumssprecherin machte es der Aldi-PC einem breiten Publikum möglich, Teil des Informations- und Internetzeitalters zu werden und wird damit zu einem 'Volks-PC'.

