Den Haag im Ausnahmezustand: NATO-Gipfel mit höchster Sicherheitsstufe
Den Haag, bekannt als Sitz internationaler Rechtsprechung, steht im Zeichen höchster Sicherheitsvorkehrungen. Anlässlich des bevorstehenden NATO-Gipfels, der ab Dienstag die Aufmerksamkeit der Welt auf die niederländische Küstenstadt lenkt, wurden umfassende Maßnahmen ergriffen. Erwartet werden rund 40 Staats- und Regierungschefs, darunter auch der US-Präsident Donald Trump. Die Regierung der Niederlande spricht von der größten Sicherheitsoperation in der Geschichte des Landes.
In Anbetracht der andauernden geopolitischen Spannungen wird das Bedrohungspotenzial dieses zweitägigen Treffens als besonders hoch eingeschätzt. Mit der Operation "Orange Shield" wurden umfassende Schutzmaßnahmen ergriffen, um Den Haag vor möglichen Gefahren aus der Luft, von der See und vom Boden zu schützen. Dies umfasst die Stationierung von Marineschiffen und F-35-Kampffliegern sowie die Installation von zehn Luftabwehr- und Radarsystemen rund um die Stadt.
Den Haag, das bereits 2014 mit dem Atomgipfel und dem Besuch von Barack Obama Erfahrungen sammelte, hat derart drastische Sicherheitsmaßnahmen jedoch noch nie erlebt. Die sonst so lockere Atmosphäre der Stadt erinnert nun mit hohen Stahlzäunen und strengen Kontrollen eher an eine Festung. Etwa die Hälfte der im Land verfügbaren Polizeikräfte, rund 27.000 Polizisten, sowie über 10.000 Soldaten sind im Einsatz, um die Sicherheit der Veranstaltung zu gewährleisten.
Besondere Sorge gilt dem Transport der hochrangigen Delegationen vom Amsterdamer Flughafen Schiphol nach Den Haag sowie ihrer Teilnahme am Staatsbankett im Palast Huis ten Bosch. Des Weiteren warnen die Behörden vor möglichen digitalen Angriffen und Sabotageakten, die Kommunikations- und Stromnetze betreffen könnten. Solche Gefahren werden von Cyberkriminellen, Spionen oder Aktivisten erwartet, die im digitalen Verborgenen operieren.

