Deloitte enttäuscht mit schwächstem Umsatzwachstum seit 2010
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hat im abgelaufenen Geschäftsjahr das niedrigste Umsatzwachstum seit 2010 verzeichnet. Angesichts schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen in Amerika und Asien verlangsamte sich die Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen deutlich.
Aktuelle Zahlen, die diese Woche auf der Unternehmenswebsite veröffentlicht wurden, zeigen, dass der weltweite Umsatz von Deloitte nur um 3,1 Prozent auf 67,2 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr bis zum 31. Mai stieg – das schlechteste Ergebnis seit 14 Jahren.
Der schwache Geschäftsverlauf wurde maßgeblich durch eine erhebliche Verlangsamung in der Beratungsabteilung verursacht, der größten Geschäftseinheit von Deloitte, die über 40 Prozent des Umsatzes ausmacht. Der Umsatz in dieser Sparte wuchs im vergangenen Jahr nur um 1,9 Prozent in lokaler Währung, verglichen mit 19,1 Prozent im Jahr zuvor und 24,4 Prozent im Geschäftsjahr bis Mai 2022.
Deloitte ist das erste Mitglied der „Big Four“, das seine globalen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht hat. Konkurrenten wie EY, KPMG und PwC haben jedoch bereits privat angedeutet, ebenfalls mit einem verlangsamten Wachstum zu rechnen, da ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld in Schlüsselregionen Unternehmen dazu veranlasst hat, ihre Ausgaben zu kürzen.
Besonders stark fiel das Wachstum in Europa, dem Nahen Osten und Afrika aus, wo Deloitte ein Umsatzplus von 8,5 Prozent melden konnte. In Amerika, der größten Region des Unternehmens, sank die Wachstumsrate jedoch auf 1,4 Prozent, verglichen mit 17,5 Prozent im Vorjahr. Für die Region Asien-Pazifik veröffentlichte Deloitte keine Wachstumsrate, es wird jedoch angenommen, dass diese weitgehend stagnierte oder sogar rückläufig war.
Die „Big Four“ haben alle eine starke Verlangsamung in China erfahren, einem zuvor bedeutenden Wachstumsmarkt, da die Wirtschaft dort unter einer Immobilienkrise leidet. Auch in Australien schwächelt das Geschäft, was Partner auf die verstärkte Prüfung von Beratungsfirmen infolge eines Steuerskandals bei PwC zurückführen.
Der globale CEO von Deloitte, Joe Ucuzoglu, betonte: „In einem komplexen globalen Umfeld im vergangenen Jahr konnte Deloitte seinen Wachstumspfad erfolgreich fortsetzen und gleichzeitig erheblich in die nächste Generation von Fähigkeiten investieren, die auf neue Bedarfslagen der Kunden ausgerichtet sind.“
Die Sparte „Tax & Legal“ war mit einem Wachstum von 8,7 Prozent in lokaler Währung die am schnellsten wachsende Geschäftseinheit von Deloitte, wenngleich auch hier ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen war. Dagegen fiel das Wachstum im Bereich „Audit & Assurance“ auf 4,1 Prozent, während der Umsatz im Bereich „Financial Advisory“ um fast 4 Prozent zurückging, da die Aktivitäten im Bereich Fusionen und Übernahmen verhalten blieben.
Deloitte befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Umbau seiner globalen Operations, um Kosten zu senken und die Komplexität der Organisation zu reduzieren. Im Rahmen dieses Plans sollen die Hauptgeschäftseinheiten auf vier reduziert werden – „Audit & Assurance“, „Strategy, Risk and Transactions“, „Technology and Transformation“ sowie „Tax and Legal“ – statt der bisherigen fünf seit 2014. Die weltweite Belegschaft von Deloitte blieb mit 460.000 nahezu unverändert.

