Debatte um Renteneintrittsalter: Kanzleramtschef plädiert für mehr Flexibilität

Die aktuelle Diskussion um das Renteneintrittsalter erhält durch den Kanzleramtschef Thorsten Frei neuen Schwung. Frei fordert eine Anpassung des Renteneintrittsalters, die stärker an die individuellen Beitragsjahre gekoppelt ist. Dabei betont der CDU-Politiker, dass nicht alle Arbeitnehmer bis zum gleichen Alter tätig sein können.
Frei weist darauf hin, dass es je nach Beruf Unterschiede gibt: Während einige Tätigkeiten physisch oder psychisch früh an Belastungsgrenzen stoßen, können sogenannte Erfahrungsberufe meist länger ausgeübt werden. Ein weiterer Faktor, der laut Frei berücksichtigt werden sollte, ist das Eintrittsalter in das Berufsleben. Frei bezieht sich hier auf die Überlegungen des Wirtschaftswissenschaftlers Jens Südekum, der der SPD nahesteht.
Die Anpassung des Renteneintrittsalters an die individuelle Arbeitsbiografie scheint für den Kanzleramtschef unumgänglich, um die Tragfähigkeit des Rentensystems zu sichern. Angesichts der demografischen Entwicklungen erläutert Frei, dass das aktuelle System unter Druck steht. Im Gegensatz zu den 1960er Jahren, in denen sechs Erwerbstätige für einen Rentner aufkamen, sind es heute nur noch zwei.
Dies führt zu einer potenziellen Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge von derzeit knapp 42 auf über 48 Prozent in den kommenden Jahren, sollte der Staat nicht eingreifen. Die Rentenkommission ist gefordert, bis zum Sommer Lösungsvorschläge zu entwickeln, um den sozialen Zusammenhalt in Deutschland zu gewährleisten.

