DAX unter Druck: Börsentag beginnt mit Verlusten und Unternehmenszahlen
Die Stimmung an den europäischen Märkten bleibt angespannt, während der DAX am Dienstag klare Verluste verzeichnet. Der X-DAX signalisierte eine Stunde vor Handelsbeginn einen Rückgang um 1,1 Prozent auf 23.870 Punkte, was den freundlichen Auftakt der Woche schnell in ein Strohfeuer verwandelt. Der Index konnte am Montag die wichtige 21-Tage-Linie nicht durchbrechen und rettete nur begrenzte Gewinne ins Ziel. Ähnliche Schwächen werden auch für den EuroStoxx 50 erwartet.
Zu den Faktoren, die auf die Stimmung drücken, gehören Meldungen über den Chip-Hersteller Nexperia. Das Unternehmen, eine Tochter des chinesischen Konzerns Wingtech, steht im Mittelpunkt geopolitischer Spannungen, nachdem China die Chip-Ausfuhr aus Nexperia-Werken gestoppt hat. Die Forderung Chinas an die Niederlande, sich aus den firmeninternen Angelegenheiten herauszuhalten, trübt die zuletzt aufgekommenen Entspannungshoffnungen im Handelskonflikt.
Laut Thomas Altmann von QC Partners gelingt es dem DAX in der zweiten Jahreshälfte kaum, an seinen starken Jahresbeginn anzuknüpfen. "Die beeindruckende Rally macht eine Pause", so der Experte. An den Börsen Asiens sei die Nervosität merklich spürbar – der Aufwärtstrend stockt angesichts Warnungen vor hohen Bewertungen und möglichen Marktanpassungen.
Trotz des schwierigen Marktumfelds präsentieren einige deutsche Unternehmen positive Quartalszahlen. Fresenius Medical Care überrascht positiv mit starkem organischen Wachstum und profitiert von einem effizienten Sparprogramm. Nordex konnte die Margenprognose wahren und ein Gewinnwachstum verzeichnen, was die stabile Performance des MDax-Unternehmens unterstreicht. Beim Softwareanbieter Nemetschek übertrifft das operative Ergebnis die Prognosen, und die Jahresprognose bleibt erhöht.
Evonik hingegen sieht kurzfristig keine Belebung der Nachfrage. Der Spezialchemiker kämpft mit den Auswirkungen der US-Zollpolitik, einer flaueuropäischen Wirtschaft und einer anhaltenden Krise des chinesischen Immobilienmarktes. Im SDax berichtet Adtran Networks eine Umsatzsteigerung und Rückkehr in die Gewinnzone, muss jedoch die Margenprognose senken. Der Autozulieferer Norma verzeichnete Halbierung des operativen Ergebnisses aufgrund höherer Kosten, und ein Wertberichtigungsbedarf drückte das Unternehmen in die Verlustzone.

