Dax trotzt Unsicherheiten: SAP als Börsenstar und Hoffnung auf US-Deeskalation
Der Dax zeigte am Mittwoch mit einem eindrucksvollen Kursanstieg von 2,3 Prozent auf 21.790 Punkte Stärke und näherte sich damit der psychologisch wichtigen 22.000-Punkte-Marke. Ein maßgeblicher Treiber des Aufschwungs war ein deutlicher Kursgewinn von SAP, angetrieben durch positive Geschäftszahlen. Auch der MDax konnte mit einem Zuwachs von 1,1 Prozent glänzen, und der EuroStoxx 50, das Barometer der Eurozone, legte um 2,1 Prozent zu.
Erfreuliche Signale kamen aus den USA in Bezug auf den Zollstreit mit China. Präsident Donald Trump zeigte bei der Ernennung von Paul Atkins zum Börsenaufsichts-Chef versöhnliche Töne und ließ erkennen, dass härtere Maßnahmen im Handelskonflikt nicht geplant seien. Ein mögliches Handelsabkommen mit China scheint laut der Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, Fortschritte zu machen. Zudem kündigte US-Finanzminister Scott Bessent möglicherweise deeskalierende Spannungen an, was Hoffnungen an den Märkten nährt.
Am Vortag lauerte noch die Furcht vor einer Eskalation seitens der US-Notenbank, als Trump den Notenbankchef Jerome Powell verbal angegriffen hatte. Doch jüngste Äußerungen des Präsidenten ließen diese Bedenken schwinden. Jürgen Molnar von Robomarkets bemerkte eine deutliche Erleichterung darüber, dass Trump mildere Töne gegenüber der Fed anschlug. Weiterhin bestärkte er die Börsen mit der Ankündigung, die Zollpolitik gegenüber China zu entschärfen.
SAP profitierte besonders von Einsparungen durch die Ausführung ihres Stellenabbaus im Vorjahr und verzeichnete einen beachtlichen Kursanstieg von fast neun Prozent. Die Analysten von Jefferies lobten die beeindruckende Entwicklung des Walldorfer Unternehmens im Cloud- und Softwarebereich, die positiv in ein von konjunktureller Unsicherheit geprägtes Umfeld hineinwirkte. Freundliche Quartalszahlen von Akzo Nobel beflügelten Chemieaktien in Deutschland.
BASF, Wacker Chemie und Lanxess zeigten bemerkenswerte Kursgewinne zwischen 2,5 und 5 Prozent. Auch Delivery Hero konnte seine Anleger mit einer cleveren Marktstrategie beeindrucken – die geplante Konsolidierung und der Rückzug aus unprofitablen Märkten, wie Thailand, sorgte für einen Kurszuwachs von 4,4 Prozent. Währenddessen setzten Investoren Gewinnmitnahmen bei Rüstungswerten wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk fort, was diese Titel unter Druck setzte.

