DAX trotz Gewinn verhalten – Inflationszahlen aus den USA im Fokus

Für Anleger im DAX stand der Freitag im Zeichen abwartender Stimmung, trotz leichter Gewinne. Noch immer muss die 25.000-Punkte-Marke von unten betrachtet werden, nachdem ein Durchbruch am Vortag nicht gelang. Der X-DAX verzeichnete kurz vor Handelsbeginn einen leichten Anstieg um 0,1 Prozent auf 24.868 Punkte, wodurch das Wochenplus derzeit auf 0,6 Prozent taxiert wird.
Laut der Helaba bleibt ein Anstieg über 25.000 Punkte notwendig, um den weiteren Weg zur Bestmarke von annähernd 25.508 Punkten zu ebnen. Der vorherige Versuch, diese Marke zu erreichen, scheiterte aufgrund massiver Kursverluste im US-Technologieindex Nasdaq 100, der am Donnerstag nach Handelsbeginn um zwei Prozent einbrach.
Blickpunkt des Handelstages sind die anstehenden Inflationsdaten aus den USA, die entscheidend für die Zinspolitik der Notenbank Fed sind. Aufgrund volatiler Wirtschaftsdaten herrscht an den Börsen derzeit Unsicherheit über künftige Zinssenkungen, während die Inflation insgesamt als noch zu hoch angesehen wird. Jedoch könnte eine Entspannung laut Helaba durch die jüngsten Daten eintreten.
Theoretisch markierte Siemens am Donnerstag kurzzeitig die Spitze im DAX, wird jedoch am Freitag ex-Dividende gehandelt. Jenoptik hingegen erlebte einen drastischen Rücksetzer, als der Kurs vorbörslich um mehr als elf Prozent fiel, was das Ende einer strammen Aufwärtsbewegung andeutet. Die vorherige Rally hatte das Unternehmen an die 28-Euro-Marke gebracht, jedoch sorgen schwache Auftragseingänge und Margen für Ernüchterung unter Investoren.
Beiersdorf rückt ebenfalls ins Rampenlicht, da nach enttäuschenden Zahlen bei L'Oreal potenziell moderat positive Rückschlüsse gezogen werden könnten, trotz einer ersten negativen Reaktion.
Probleme hat Delivery Hero, das vorbörslich mit Verlusten auf enttäuschende Zahlen der Nahost-Tochter Talabat reagierte. Der Umsatz im vierten Quartal wurde als solide bewertet, jedoch fällt der Ausblick für das operative Ergebnis schwächer als erwartet aus, was Anleger verunsichert.
Bei RWE sorgte eine Herabstufung durch Bernstein Research für einen vorbörslichen Rückgang um ein Prozent. Analysten argumentierten, dass das Wachstumspotenzial bereits im Kurs enthalten sei, während Chancen und Risiken als ausgewogen betrachtet werden.
Positiv überraschte PVA Tepla, das nach einem Analystenkommentar von Exane BNP einen vorbörslichen Anstieg von zwei Prozent verzeichnete, da die französische Investmentbank ihre zuvor negative Einschätzung korrigierte.

