DAX tanzt zwischen den Stühlen
Die Aktienmärkte zeigen sich dieser Tage in einem ständigen Auf und Ab, wobei das Aufkommen von Short-Positionen durch professionelle Investoren besonders ins Auge sticht. Joachim Goldberg diskutiert die Möglichkeiten und Herausforderungen in diesem volatilen Umfeld. In einer Zeit, in der weltpolitische Ereignisse die Gemüter bewegen, hat der DAX in der Vergangenheit ein regelrechtes Wechselbad der Kursschwankungen durchlebt. Dabei erlebte der Index einen Anstieg von 1,4 Prozent bis hin zu einem neuen Höchststand, bevor Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump bezüglich neuer Zölle gegenüber China die Märkte verunsicherten.
Diese drohende Maßnahme führte zu einem Rückgang um bis zu 3,2 Prozent. Glück im Unglück: Der Verlust trat an einem Freitag auf, was dem DAX eine Atempause bis zum Wochenende verschaffte. Am Montag darauf entspannte sich die Lage etwas, als Trump seine Äußerungen relativierte und der DAX zum Stichtag einen minimalen Wochenverlust von 0,5 Prozent auswies. Die Stimmung unter den institutionellen Investoren, die von mittelfristigen Handelsstrategien geprägt sind, ist ebenfalls betroffen. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index rutschte um 11 Punkte auf +19 ab.
Während zu Beginn nahezu 90 Prozent der neutral eingestellten Investoren in das Lager der Pessimisten wechselten, bewegte sich unter den Optimisten wenig. Gewinnmitnahmen waren rar, obwohl einige Investoren nahe des Allzeithochs Short-Positionen aufgebaut hatten, bislang jedoch ohne Gewinne mitzunehmen. Bei den Privatanlegern sank der Sentiment-Index um 4 Punkte, ebenfalls auf +19. Social-Media-Umfragen zeigten eine deutliche Bewegung hin zu pessimistischen Erwartungen, während der Rest der Privatanleger nur marginale Veränderungen zeigte. Ein bemerkenswerter Sentiment-Unterschied zwischen nicht über Social Media befragten Privatanlegern und institutionellen Investoren blieb bestehen, möglicherweise aufgrund unterschiedlicher Investitionsgrundlagen.
Letztlich hat sich die Stimmung im DAX stabilisiert, nachdem der vorherrschende Optimismus gedämpft wurde. Das neue Engagement von Pessimisten bei den Profis hat den Index nicht entscheidend belastet, wobei sich auch in den jüngsten Umfragen der Bank of America ein gesteigertes Interesse an Eurozonen-Aktien abzeichnete. Tatsächlich stieg der Anteil der übergewichteten Investoren um drei Prozentpunkte im Vergleich zur September-Erhebung. Der DAX könnte somit von Gewinnmitnahmen bei den Bären profitieren, was zusätzliche Nachfrage im Bereich von 23.850/900 Punkten erhoffen lässt.

