DAX startet mit Aufschwung in die Woche: Hoffnung und Unsicherheit prägen die Märkte
Der DAX erlebte in der vergangenen Woche eine Achterbahnfahrt, um letztlich mit einem leichten Minus von 1,3 Prozent die Woche zu beschließen. Gleichzeitig büßte der Stoxx Europe 600 1,9 Prozent ein. Die positive Trendwende an den US-Börsen, wo der S&P 500 und der Nasdaq 100 mit bemerkenswerten Zuwächsen von 5,7 Prozent beziehungsweise 7,4 Prozent abschlossen, stützte die Erholung der europäischen Märkte. Überraschend verkündete US-Präsident Donald Trump zur Wochenmitte eine "Zoll-Pause", wenngleich China hiervon eine Ausnahme bildet.
Mehrere Faktoren machten den anschließenden Kursanstieg bemerkenswert. Der Nasdaq 100 erreichte einen in seiner Geschichte selten zuvor gesehenen Anstieg. Die Experten von "Wellenreiter Invest" betonen das extrem hohe Aufwärtsvolumen von 98,6 Prozent an diesem Tag, ein seltenes Phänomen, das als positives Signal für das Marktverhalten gewertet wird. Auch der "Index-Radar" vermerkt den Tag als potenziellen Wendepunkt, der in Verbindung mit den leicht gestiegenen Tagestiefs eine Bodenbildung signalisieren könnte. Die Herausforderung bleibt jedoch die Überwindung des im März unterschrittenen 200-Tage-Durchschnitts.
Die DWS-Analysten lenken den Blick auf den "Panik-Euphorie-Indikator", der tief im Panikbereich verharrt. Während in der Vergangenheit oft eine Marktbelebung folgte, mahnt das Jahr 2022 zur Vorsicht. Dennoch zeigt sich die DZ Bank für das Jahresende optimistisch: Saisonalitätseffekte und geplante Steuersenkungen in den USA könnten den Märkten Rückenwind geben und den Boden für eine Jahresendrally bereiten.
Für Bonds und den US-Dollar bleibt die Lage angespannt. Nach einer Verkaufswelle ist die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gestiegen, während der Dollar-Index fiel. Marktstrategen warnen vor den wirtschaftlichen Gefahren durch Trumps unvorhersehbare Politik, deren Auswirkungen auf Planungssicherheit von Unternehmen und Investoren bereits spürbar sind.
Parallel nimmt die US-Berichtssaison an Fahrt auf. Prognosen hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung bleiben jedoch aufgrund der geopolitischen Unwägbarkeiten herausfordernd. Analysten der LBBW betonen die derzeit enorm hohe Unsicherheit über die kurz- bis mittelfristige Zukunft.

