Dax startet freundlich in den Handel: Zollpause und US-Verbraucherpreise im Fokus
Der deutsche Leitindex Dax präsentiert sich vor Eröffnung der US-Märkte optimistisch, begünstigt durch die jüngste Verlängerung der Zollpause zwischen den Vereinigten Staaten und China. Vorbörslich signalisiert der X-Dax ein Plus von 0,3 Prozent und strebt 24.156 Punkte an, womit die Verluste vom Wochenauftakt weitgehend wettgemacht werden könnten. Das Rekordhoch von 24.639 Punkten vom letzten Monat bleibt nach wie vor in greifbarer Nähe, jedoch stellen die 24.500-Punkte-Marke und darüber hinaus liegende Widerstände gewisse Herausforderungen dar.
Auch der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, wird mit moderaten Gewinnen erwartet. Die Spannungen im internationalen Handel scheinen vorerst zu entschärfen, da US-Präsident Donald Trump ein Dekret zur weiteren Aussetzung höherer Zölle bis zum 10. November unterzeichnet hat. Gleichzeitig führt dies dazu, dass die geopolitische Lage bis zu einer geplanten Konferenz zwischen Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin am Freitag stabil bleibt, bei der der Ukraine-Konflikt thematisiert werden soll.
Der Fokus der Märkte liegt derzeit auf den Inflationsdaten aus den USA, mit denen ein leichter Anstieg der Verbraucherpreise einhergehen könnte. Besonderes Interesse besteht angesichts der Kontroversen innerhalb der US-Statistikbehörde BLS, die Trump nach der Entlassung der dortigen Chefin kürzlich ins Rampenlicht rückte. Marktbeobachter, darunter Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), befürchten, dass die aktuellen Zahlen möglicherweise Einfluss nehmen könnten darauf, wie die Mitarbeiter unter Druck geraten, politisch genehme Daten zu liefern.
In Sachen Geldpolitik werden von diesen Preisentwicklungen kaum Impulse erwartet, die Spekulationen auf eine Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed im September weiter anzutreiben, da die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schrittes bereits mit 88 Prozent hoch eingepreist ist.
Positiv heben sich einige Unternehmensnachrichten hervor: Die Hannover Rück musste angesichts von Waldbrandschäden in Kalifornien bei Tradegate leichte Verluste hinnehmen, bleibt aber auf Kurs zu ihrem Jahresziel. TAG Immobilien legte im MDax um 1 Prozent zu, gestützt durch die robuste Wohnraumnachfrage. Die Norma Group aus dem SDax überzeugte mit besseren als erwarteten Quartalsergebnissen und steigerte ihren Wert um knapp 3 Prozent.

