Dax-Start ins Jahr 2026: Ruhiger Auftakt nach Rekordjahr
Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich am ersten Börsentag 2026 noch von der stillen Seite. Der Freitag, der auf den Neujahrstag folgt, fällt zwischen die Feiertage und das Wochenende, was viele Investoren fernhält. Unternehmens- und Wirtschaftsdaten sind rar gesät, wodurch der Markt seine Dynamik voraussichtlich erst in der folgenden Woche wiedererlangen wird. Bei geringem Handelsvolumen könnten dennoch bei kleineren Werten größere Kursschwankungen auftreten.
Das vergangene Jahr 2025 war ein bemerkenswertes Börsenjahr mit einem beeindruckenden Anstieg des Dax um 23 Prozent. Am Freitagmorgen deutete der X-Dax auf ein moderates Plus von 0,35 Prozent bei 24.577 Punkten hin. Auch Gold und Silber bleiben nach ihren erfolgreichen Läufen im Vorjahr gefragt. Der Dax hatte am letzten Handelstag des Jahres 2025 die Marke von 24.500 Punkten zwischenzeitlich überschritten, schloss jedoch knapp darunter. Das Rekordhoch vom Oktober bei 24.771 Punkten rückt damit in greifbare Nähe.
Thomas Altmann, Marktexperte bei QC Partners, warnt jedoch vor einem herausfordernden Börsenjahr. Während die Unternehmensgewinne im vergangenen Jahr Rekorde setzten, stiegen die Aktienkurse weitaus stärker. Der Dax startet mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17,6 ins neue Jahr, während der Übergang von 2024 zu 2025 noch ein KGV von 15,0 aufwies.
Neben der allgegenwärtigen Diskussion um Künstliche Intelligenz, wo Experten mit möglichen Kurskorrekturen rechnen, bleiben geopolitische Spannungen im Fokus. In Europa steht der Ukraine-Konflikt weiterhin ohne echte Durchbrüche an, während das Verhältnis zwischen den USA und Venezuela gespannt ist. Zudem könnte der China-Taiwan-Konflikt im Jahr 2026 an Brisanz gewinnen. Xi Jinping bekräftigte in seiner Neujahrsansprache den Anspruch Chinas auf Taiwan, begleitet von erneuten militärischen Manövern rund um die Insel als Reaktion auf ein US-Waffenpaket für Taipei.
Die demokratisch regierte Insel Taiwan bleibt für westliche Länder als wichtiger Lieferant von Computerchips unverzichtbar. Rüstungsaktien, die im Jahr 2025 hervor stachen, könnten erneut im Fokus stehen. Allen voran Rheinmetall erzielte im Dax durch den fortdauernden Ukraine-Konflikt und die verstärkten Verteidigungsausgaben westlicher Länder beeindruckende Kursgewinne. Am Freitag legten Rheinmetall im vorbörslichen Handel auf Tradegate leicht zu, bleiben jedoch deutlich unter ihrem Rekordhoch von über 2.000 Euro Anfang Oktober.

