DAX rutscht sanft ins Minus - Spannungen und Aktionismus prägen den Wochenauftakt
Nach einem kurzen Höhenflug am Freitag musste der DAX zu Wochenbeginn leichte Verluste hinnehmen. Nach anfänglichen Gewinnen sank der Leitindex am Montagnachmittag um 0,21 Prozent auf 23.690 Punkte. Der DAX hatte es am Ende der vergangenen Woche geschafft, die länger umstrittene 21-Tage-Durchschnittslinie zu übersteigen, was Investoren auf ein Ende der jüngsten Konsolidierung hoffen ließ. Doch zunächst fehlen neue positive Impulse, um den Index weiter in die Nähe der 24.000 Punkte zu hieven, bemerkte Marktexperte Andreas Lipkow.
Der MDAX, der die mittelgroßen deutschen Unternehmen vereint, konnte hingegen um 0,39 Prozent auf 30.103 Zähler zulegen. Der EuroStoxx 50, Hauptindex der Eurozone, zeigte sich bei 5.501 Punkten stabil.
Diese Woche stehen entscheidende Konjunkturdaten wie die ISM-Einkaufsmanagerberichte und der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus. "Jegliche Anzeichen für Schwäche könnten die Erwartungen auf zusätzliche Zinssenkungen seitens der Federal Reserve in diesem Jahr anheizen", schrieb Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege von Robomarkets. Eine weichere Landung der US-Wirtschaft könnte ebenfalls die Grundlage für eine Fortsetzung der Börsenrally im letzten Quartal schaffen.
Gleichzeitig rückt ein bekanntes US-Problem in den Vordergrund: "Sollte sich der US-Kongress nicht schnell einigen, ist die US-Regierung ab Mittwoch finanziell handlungsunfähig", erläuterte Martin Hartmann von der Commerzbank.
In Deutschland richtet sich der Fokus zu Wochenbeginn besonders auf die Nachzügler an der Börse. Die Aktien von Redcare fielen am MDAX-Ende um mehr als drei Prozent, bedingt durch den geplanten Wechsel im Finanzressort, der zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommt. Der aktuelle CFO Jasper Eenhorst wird das Unternehmen zum Jahresende verlassen.
Positive Nachrichten gab es aus dem SDAX: Klöckner & Co freute sich über einen Anstieg der Aktien um 4,6 Prozent nach dem Verkauf von acht US-Distributionsstandorten. Dies dürfte den Anteil des höherwertigen Geschäfts steigern.
Rüstungsunternehmen profitierten von der anhaltend angespannten Lage in Europa. Mit einer Kurssteigerung von sechs Prozent erreichte Hensoldt im MDAX einen neuen Höchststand. Renk legte um beinahe fünf Prozent zu. Der Aktienwert von Rheinmetall kletterte um 1,7 Prozent und setzte somit seine Rekordjagd fort, unterstützt durch einen bevorstehenden Auftrag, Munition als Unterauftragnehmer für die US-Regierung an einen osteuropäischen Kunden zu liefern.

