Dax lässt nach Rekordsprung Federn – Industrie und Rüstung im Fokus
Nach einem furiosen Sprung des Dax über die Marke von 25.000 Punkten haben Investoren einen Gang zurückgeschaltet. Die Wall Street zeigt sich ebenfalls schwankend, während der jüngste Zuwachs im Auftragseingang der deutschen Industrie weniger Beachtung findet als erhofft.
Zur Mittagszeit kletterte der Dax am frühen Donnerstag auf beeindruckende 25.200 Punkte, fiel jedoch bis zum Nachmittag um 0,2 Prozent auf 25.073 Zähler. Der MDax der mittelgroßen Werte sank um 0,6 Prozent auf 31.883 Punkte und europaweit schwächelten die Börsen ebenfalls. Dennoch sehen Volkswirte, wie Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research, eine positive Dynamik in der deutschen Industrie. "Die Talsohle scheint überwunden", kommentiert er die 5,6-prozentige Steigerung der Aufträge im Vergleich zum Vormonat.
In Übersee gerieten Dow Jones Industrial und S&P 500 nach anfänglichen Höhenflügen unter Druck. Der politische Schachzug von US-Präsident Donald Trump übt starken Einfluss aus, besonders nachdem er die Rüstungsindustrie um Unterstützung für ein erhöhtes Militärbudget gebeten hat. Dieses soll bis 2027 auf 1,5 Billionen US-Dollar anwachsen, mit 900 Milliarden Dollar bereits für 2026 vorgesehen. Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen sollen hintangestellt werden, um die Kapazitäten entsprechend auszubauen.
Am heimischen Markt reagierten Rüstungswerte wie Rheinmetall, Renk und TKMS erfreulich mit Kursgewinnen von bis zu 6,2 Prozent. Analysten sehen auch europäische Unternehmen im US-Militärbudget gestärkt, insbesondere jene mit starkem US-Geschäft. Ein weiterer Gewinner des Tages ist Bayer, dessen Aktien um 4,2 Prozent stiegen. Ein Bericht der "Financial Times" zur Agrarpolitik der EU gibt dem Konzern Rückenwind, da die Auflagen für gentechnisch veränderte Pflanzen gelockert werden könnten.
Im MDax genoss der Profiküchen-Ausrüster Rational einen Anstieg von 2,5 Prozent, befeuert durch eine Kaufempfehlung von Berenberg. Analysten loben das Unternehmen für seine exzellente Ausrichtung und Wachstumschancen. Die PVA Tepla-Aktien erklommen, gestützt von einer positiven Bewertung des Bankhauses Metzler, mit 4,7 Prozent die Spitze des SDax. Analyst Veysel Taze applaudiert dem Wandel des Unternehmens hin zu einem Lösungsanbieter der Halbleiterbranche.

