Filmen wie in Hollywood

Das neue iPhone 13 im Praxistest

21. September 2021, 14:05 Uhr · Quelle: dpa
Chipmangel und Corona zum Trotz - das iPhone 13 ist da. Vier neue Modelle - von Mini bis Pro Max - kommen in den Handel. So behaupten sie sich im Alltag.

Berlin (dpa/tmn) - In vielen Kulturen ist die 13 eine Unglückszahl. Umso überraschender mag da der Name «iPhone 13» für das neueste Apple-Smartphone manchem Beobachter erscheinen. Und der Sprung von 12 auf 13 kommt auch eher unerwartet. Nach dem großen Innovationsschritt beim iPhone 12, nämlich dem Einstieg in die fünfte Mobilfunkgeneration (5G), wurde eher ein kleineres Update erwartet - vielleicht ein iPhone 12 S.

Doch jenseits aller Namenspolitik: Vier neue iPhones 13 sind da. Das iPhone 13 Mini, iPhone 13, 13 Pro und 13 Pro Max mit Bildschirmdiagonalen von 5,4 bis 6,7 Zoll. Vor allem die neue Kamera sticht heraus, Apple spricht vom «größten Kamera-Upgrade in der Geschichte des iPhones».

Schräg ist das neue Gerade

Sichtbar neu ist die Anordnung der Linsen. Statt vertikal sind sie im iPhone 13 und dem Mini nun diagonal im Kameraviereck verbaut. Das iPhone 13 Pro und 13 Pro Max haben drei neu konstruierte Kameras: ein Ultraweitwinkel, ein Weitwinkel sowie ein Teleobjektiv.

Alle Objektive lieferten im Test auch bei wenig Licht erstaunliche Bilder. Apple hat die Blendenwerte vergrößert und die Lichtempfindlichkeit der Sensoren erhöht. Qualitätsverbesserungen lassen sich bei Nachtaufnahmen insbesondere an den Bildrändern erkennen. Alle Modelle bilden die Details spürbar schärfer ab als beim Vorgängermodell.

Das Teleobjektiv der neuen iPhone-Pro-Modelle hat nun dreifachen optischen Zoom. Das ist für iPhones ein Rekord, allerdings können andere Smartphones hier mehr. Zum Beispiel das Periskop-Tele vom Motorola Edge 20 Pro mit einem optischen fünffach-Zoom. Allerdings holt Apple mit seiner Software mehr aus der Optik heraus: So gibt es jetzt nicht nur im Foto-Modus einen Porträtmodus, sondern auch im Video. Dabei wird der Hintergrund mit dem sogenannten Bokeh-Effekt bewusst unscharf gestellt.

Das Telefon denkt den Fokus mit

Im neuen Kino-Modus erkennt des iPhone bei der Aufnahme eigenständig, welche Person im Bild gerade spricht und deshalb im Fokus stehen sollte. Der an das Storytelling angepasste Auto-Fokus funktioniert auch bei Tieren. Eine Handvoll Enten kann ihn aber an seine Grenzen bringen. Sollte die Automatik daneben gelegen haben, ist das aber kein Problem: Der Fokus kann nachträglich in der Bearbeitung festgelegt werden. Das sind Optionen, von denen bis vor Kurzem noch Hollywood-Regisseure geträumt haben.

Man sollte den Kino-Modus aber nur sparsam einsetzen. Die Auflösung wird nämlich dabei auf 1080p (FullHD) bei 30 Bildern pro Sekunde reduziert. Alle vier iPhone-13-Modelle beherrschen aber maximal auch Videoaufnahmen mit hohem Farb- und Kontrastumfang (HDR) in höherer 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde.

Ganz richtig nah dran

Durch die neue Ultraweitwinkelkamera sind jetzt zumindest die beiden Pro-Modelle auch mit einem leistungsstarken Makro ausgestattet. Bis auf zwei Zentimeter kann man jetzt einem Objekt beim Fotografieren auf die Pelle rücken. Die Software schaltet dabei automatisch auf den Makromodus um und zeigt Details an, die man mit dem bloßen Auge kaum erkennen kann.

Alle vier Modelle bieten die sogenannten Foto-Stile. Dabei kann man eine bevorzugte Einstellung für Farbton und Wärme auf Fotografien anwenden. Vier Modi stehen zur Auswahl: Leuchtend, kontrastreich, warm oder kalt. Anders als bei Filtern bleiben Dinge wie der Himmel und Hauttöne dabei natürlich.

Sieht fast gleich aus, aber die Hülle passt nicht mehr

Weit weniger spektakulär sind die Änderungen im Design ausgefallen. Das iPhone 13 ist so kantig wie das Vorgängermodell. Trotzdem passen leider die Hüllen des 12ers nicht mehr, weil das verbesserte Kamerasystem nun etwas mehr Platz einnimmt. Neu sind die Farben: Bei den beiden Pro-Modellen stehen Silber, Gold, Graphit und Sierrablau zur Auswahl. Beim iPhone 13 und dem Mini bietet Apple Gehäuse in Rosé, Blau, Dunkelgrau («Mitternacht»), einem sehr hellem Weiß («Polarstern») sowie Rot an.

Das verwendete Super Retina XDR Display überzeugt im Test. Mit jetzt über 1000 Nits ist es deutlich heller. In den beiden Pro-Modellen verwendet Apple außerdem die ProMotion-Technologie. Sie kann die Bildwiederholrate variabel anpassen. Maximal 120 Hertz sind drin. Das soll im Vergleich zu Displays mit statischen Bildwiederholraten besser aussehen und Strom sparen. Der Unterschied zeigte sich beispielsweise in Games mit einer beeindruckenden Reaktionsfähigkeit oder beim Scrollen von Webseiten ohne jeden Ruckler.

Mehr Laufzeit als beim Vorgänger

Auch dank dieses stromsparenden Kunstgriffes halten die iPhone-13-Modelle länger durch als ihre Vorgänger. Rund zwei Stunden mehr sind bei durchschnittlicher Nutzung drin, so dass man bequem durch einen vollgepackten Arbeitstag kommt. Wer ein Schnellladegerät (20 Watt) verwendet, kann in einer halben Stunde einen leeren Akku auch wieder zur Hälfte füllen (51 Prozent). Zum Vergleich. Mit dem alten 5-Watt-Netzteil zeigt der Akku nach 30 Minuten aber nur 19 Prozent an. Die Ladegeräte sind erneut nicht im Lieferumfang enthalten.

Zum Stromsparen trägt auch der A15 Bionic bei, der mit vier energieeffizienten Rechenkernen («Blizzard») den Routinekram erledigt. Bei Bedarf verwandelt sich der Chip mit seinen beiden Hochleistungs-Kernen («Avalanche») in ein Hochleistungsmonster. In den gängigen Benchmark-Tests deklassiert er die gesamte Konkurrenz. Alle vier getesteten iPhone-13-Modelle kommen auf einen Geekbench5-Score von über 1730 (Single-Core). Im Vergleich: Das OnePlus 9 Pro oder das Samsung Galaxy S21+ kommen knapp über die 1000er-Schwelle.

Noch mehr 5G

In der Praxis weniger relevant - zumindest in Deutschland - sind die Verbesserungen beim 5G-Funk. Die neuen iPhone-Modelle unterstützen jetzt etliche neue Hochfrequenzbänder für die fünfte Mobilfunkgeneration, die aber vor allem in Asien zum Einsatz kommen. In Vergleich zum Vorjahr fließen die Daten aber auch hierzulande spürbar schneller. Das liegt aber nicht am iPhone, sondern an den inzwischen verbesserten Netzen von Telekom, Vodafone und O2.

Was fehlt: Alle iPhone-13-Modelle unterstützen nicht den Turbomodus «5G Standalone», der in Deutschland bislang aber auch nur an wenigen Antennenstandorten verfügbar ist. Apple bleibt hier bei seinem Kurs, neue Funktechnik erst dann anzubieten, wenn sie im Markt auch wirklich angekommen ist.

Fazit: Die Kamera macht den Unterschied

Die neuen iPhone-Modelle setzen sich vor allem mit einem nochmals deutlich verbesserten Kamera-System vom Vorgängermodell ab. Das rechtfertigt auch den Namen iPhone 13 statt nur iPhone 12S. Auch die verlängerte Akku-Laufzeit dürften für viele relevant sein. Die Leistung des Bionic-Chips war schon vor einem Jahr klasse und ist nun noch ein bisschen besser. Wer weniger Wert auf Fotos und Videos legt, kann auch zu den Vorjahresmodellen (iPhone 12 und 12 Mini) greifen, die nun deutlich günstiger zu haben sind.

Dass Apple trotz der anhaltenden Corona-Krise überhaupt in der Lage ist, quasi ohne Einschränkungen zu liefern, soll nicht unerwähnt bleiben. Andere Hersteller haben noch immer mit Logistik-Problemen und Nachschub-Schwierigkeiten zu kämpfen, während Apple es gelingt, ein Terabyte Speicher in seine Top-Geräte zu packen.

Infokasten: Speicher und Preise:

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise bei verbesserter Technik und mehr Speicher stabil geblieben. Das kleinere iPhone 13 Mini beginnt bei 799 Euro (128 GB Speicher) und liegt bei 919 Euro für 256 GB und 1149 Euro für 512 GB. Das iPhone 13 kostet ab 899 Euro (128 GB Speicher) und kommt auf 1019 Euro bei 256 GB und 1249 Euro bei der höchsten Ausbaustufe von 512 GB Speicher. Für das iPhone 13 Pro verlangt Apple ab 1149 Euro (128 GB). Mit mehr Speicher werden 1269 Euro ((256 GB), 1499 Euro (512 GB) oder 1729 für ein sattes Terabyte Speicher fällig. Das größere iPhone 13 Pro Max liegt dann jeweils 100 Euro über den Preisen des 13 Pro.

Vermischtes / Technik / Verbraucher / Telekommunikation / Software / Fotografie / Video / Smartphones / Apple / iPhone 13 / iPhone 13 Pro / Deutschland / USA
21.09.2021 · 14:05 Uhr
[0 Kommentare]
Iran-Krieg - Israel
Washington/Teheran (dpa) - US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit der Zerstörung seiner Energieanlagen, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und «ohne Drohungen» öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, «beginnend mit dem größten! », schrieb Trump auf seiner Plattform […] (00)
vor 34 Minuten
Laura Maria Rypa und Pietro Lombardi
(BANG) - Laura Maria Rypa scheint um einen geliebten Menschen zu trauern. Der Influencerin folgen rund 943.000 Nutzer auf Instagram. Erst kürzlich zeigte Laura Einblicke in ihren Urlaub auf Mauritius. Dass sie diesen mit ihrem Ex-Verlobten Pietro Lombardi und ihrem ältesten Sohn verbrachte, sorgte für viel Aufsehen. Nun meldete sich die 30-Jährige mit […] (04)
vor 20 Stunden
Tim Cook: Neue Macs stellen Startrekord für Apple auf
Vergangene Woche hat Apple drei neue Mac-Modelle auf den Markt gebracht: das völlig neue MacBook Neo, das MacBook Air mit M5 Chip sowie das MacBook Pro mit M5 Max. Laut Apple-CEO Tim Cook sorgte diese Produkteinführung für einen neuen Rekord bei den Erstkäufern. Ist das MacBook Neo für den […] (00)
vor 16 Stunden
Die PS5 schlägt die Switch 2 im zweiten Monat in Folge
Circana-Analyst Mat Piscatella hat am 20. März 2026 die US-Verkaufsdaten für Februar 2026 veröffentlicht. Das Ergebnis ist dasselbe wie im Januar: Die PlayStation 5 führte den US-Hardware-Markt sowohl nach Stückzahlen als auch nach Umsatz an. Die Nintendo Switch 2 landete in beiden Kategorien auf Platz zwei. Xbox Series X und S folgen auf dem letzten […] (00)
vor 13 Stunden
«Erlebnis Erde»: Maria Furtwängler entdeckt Deutschlands Gärten
In der ARD-Dokumentation zeigt Maria Furtwängler, welches Potenzial Millionen Privatgärten für Natur- und Artenschutz haben. Das Erste zeigt am Montag, 20. April, um 20.15 Uhr im Rahmen der Reihe «Erlebnis Erde» die Dokumentation Deutschland, deine Gärten mit Maria Furtwängler. Der Film von Herbert Ostwald nimmt das riesige Netzwerk privater Grünflächen in den Blick: Rund 17 Millionen Gärten […] (00)
vor 16 Stunden
Fußballtor stürzt auf Kind - tot
Erlangen (dpa) - Ein siebenjähriger Junge ist gestorben, nachdem ein umstürzendes Fußballtor auf einem Sportplatz ihn lebensgefährlich verletzt hatte. Der Vorfall ereignete sich der Polizei zufolge noch vor dem Spielbeginn auf einem Sportplatz im Erlanger Gemeindeteil Bruck. Das Kind kam am Nachmittag noch in ein Krankenhaus, wo es später seinen […] (01)
vor 6 Stunden
finance, currency, bitcoin, crypto, cryptocurrency, investment, wealth, money, brown money, brown finance
Während Bitcoin an Wert gewinnt, erlebt Gold einen dramatischen Rückgang. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert angesichts der eskalierenden Konflikte im Nahen Osten. Seit die USA und Israel Ende Februar Angriffe auf den Iran gestartet haben, haben sich die beiden als Wertspeicher konkurrierenden Anlagen in entgegengesetzte Richtungen […] (00)
vor 3 Stunden
Ein Gespräch mit Christian Kirsch, Unternehmer, Leadership-Coach und Mitgründer von amaiko.ai
Viechtach, 21.03.2026 (PresseBox) -. Frage: Christian, wenn man deinen Weg anschaut, wirkt alles sehr klar strukturiert. War das wirklich so geradlinig? Christian Kirsch: Überhaupt nicht. Ich habe die IT-Branche 2018 eigentlich verlassen. Ich war müde vom Buzzword-Theater. Bin dann als Geschäftsführer in einen Sporthändler gewechselt – sportaffin, […] (00)
vor 22 Stunden
 
Landtag Rheinland-Pfalz
Mainz (dpa) - Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz geht es um viel – für Land und Bund. Die […] (00)
WHO-Chef Tedros
Genf/Khartum (dpa) - Im Sudan hat es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation […] (00)
Wie hat das bayerische »Haus ohne Heizung« den ersten kalten Winter überstanden?
Ausgerechnet im Herbst sind die ersten Mieter ins Ingolstädter »Haus ohne Heizung« […] (01)
Kindesmissbrauch im Netz
Berlin (dpa) - Der Schutz von Minderjährigen vor sexuellem Missbrauch wird nach […] (01)
Vossloh-Rekordjagd: Wie der Bahnzulieferer auf der Rüstungs- und Infrastrukturwelle surft
Ein Rekordjahr, das kein Zufall ist 1,34 Milliarden Euro Umsatz, elf Prozent […] (00)
Collien Fernandes
(BANG) - Collien Fernandes geht aktuell juristisch gegen manipulierte Inhalte im […] (01)
Bayern München - 1. FC Union Berlin
Berlin (dpa) - Der FC Bayern München strebt in der Fußball-Bundesliga weiter unaufhaltsam […] (01)
Bericht: Apple verdiente 2025 rund 900 Millionen US-Dollar mit generativen KI-Apps
Einem aktuellen Bericht zufolge erzielte Apple im Jahr 2025 durch App- […] (00)
 
 
Suchbegriff