Das Ende ist unausweichlich – Dying Light: The Beast entmündigt die Spieler zugunsten der Kanonfestigkeit
Mit der bevorstehenden Veröffentlichung von Dying Light: The Beast rückt nicht nur ein neues Kapitel im Zombie-verseuchten Universum von Techland näher, sondern auch die längst überfällige Auflösung des enigmatischen Endes des The Following-DLCs für das ursprüngliche Dying Light. Doch Franchise-Director Tymon Smektala hat nun eine Entscheidung verkündet, die für einige Fans einem Sakrileg gleichkommen dürfte: Um die Kanonfestigkeit der Reihe für die Zukunft zu gewährleisten, wird The Beast den Spielern keine Wahlmöglichkeiten bezüglich des Story-Ausgangs bieten.
Die Entmachtung des Spielers
In einem Interview mit GamesRadar erläutert Smektala, dass Techland jegliche Ambiguität in Bezug auf die Zukunft von Dying Light vermeiden möchte. „Ich denke, [lineares Storytelling] erlaubt uns auch, ein bisschen mehr Einfluss zu nehmen und kanonisch zu bestimmen, wie wir die Zukunft der Serie lenken“, erklärt er. „Wenn man den Spielern eine Wahl lässt, sollte man fairerweise nicht festlegen, was Kanon ist und was nicht.“ Diese Worte sind eine klare Absage an die Illusion der Wahlfreiheit, die viele Spieler in modernen Videospielen schätzen.
Der gläserne Spieler
Smektala argumentiert weiter, dass man den Spielern keinen Kanon aufzwingen dürfe, wenn man ihnen gleichzeitig Entscheidungsfreiheit einräumt. Wenn man den Spielern verspricht, dass ihre Entscheidungen Gewicht haben, müsse man akzeptieren, dass der Kanon für jeden einzelnen Spieler unterschiedlich ausfällt. Doch genau diese Vielfalt scheint Techland in Zukunft eindämmen zu wollen, um die Kontrolle über die übergreifende Geschichte von Dying Light zu behalten.
Die Kontrolle über die Zukunft
Die Pläne für die Zukunft von Dying Light sehen demnach eine stärkere Fokussierung auf den Kanon vor. Das bedeutet, dass Techland die Entscheidungsfreiheit der Spieler in zukünftigen Titeln der Reihe stärker einschränken wird. „Ich denke, dass wir in Zukunft etwas kanonischer sein möchten“, so Smektala. „Wir möchten etwas mehr Kontrolle darüber haben, was wir mit jedem einzelnen Dying Light-Spiel anfangen, besonders da wir ziemlich viele Pläne für die Zukunft haben. Deshalb wollen wir sicherstellen, dass es sich in die Richtung entwickelt, in die wir es lenken wollen.“
Weniger Spielzeit, mehr Wert?
Bereits Anfang des Monats hatte Smektala betont, dass Techland sicherstellen möchte, dass Dying Light: The Beast seinen Preis wert ist, trotz der relativ kurzen Spielzeit von 20 Stunden für die Hauptkampagne. In diesem Zusammenhang zog er Vergleiche mit riesigen Open-World-Spielen wie Ubisofts Assassin’s Creed Shadows, bei denen viele Spieler aufgrund des schieren Umfangs des Titels das Ende nie zu Gesicht bekommen würden. „Wenn ich anfange, Assassin’s Creed Shadows zu spielen, weiß ich im Grunde von Anfang an, dass ich es nie beenden werde“, so Smektala.
Dying Light: The Beast wurde kürzlich um vier Wochen verschoben und soll nun am 19. September für PC, PS5 und Xbox Series X/S erscheinen. Die Ankündigung der Verschiebung wurde mit dem Hinweis auf zusätzliche Zeit für „Feinabstimmungen“ und die Verpflichtung verbunden, The Beast zum „besten Dying Light-Spiel, das wir jemals veröffentlicht haben“ zu machen.

