Daimler Truck: Umsatzeinbußen in Nordamerika belasten Geschäft
Daimler Truck, bedeutender Hersteller von Nutzfahrzeugen, verzeichnete im dritten Quartal einen merklichen Rückgang der Verkaufszahlen. Insgesamt wurden zwischen Juli und September über 98.000 Fahrzeuge abgesetzt, was einem Minus von rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Aktienkurs reagierte prompt auf diese Nachrichten und verlor am Nachmittag um drei Prozent an Wert. Besonders die anhaltende Schwäche auf dem nordamerikanischen Markt stellt den Konzern vor Herausforderungen. Hier sanken die Verkaufszahlen um beachtliche 39 Prozent auf gut 30.200 Einheiten. Die Unsicherheit über zukünftige Transportvolumen führt dazu, dass US-amerikanische Speditionen bei der Erneuerung ihrer Flotten zurückhaltend agieren. Gleichzeitig stießen auch auf den asiatischen Märkten sowie bei der Bus-Tochter die Verkaufszahlen auf Gegenwind.
Doch es gibt Lichtblicke: Die Lkw-Marke Mercedes-Benz, in Europa und Lateinamerika stark vertreten, konnte ein Absatzplus von acht Prozent auf nahezu 39.300 Fahrzeuge verbuchen. Das gesamte Jahr 2023 war für das Unternehmen bisher herausfordernd, begleitet von Absatzrückgängen um fast sieben Prozent im ersten Halbjahr. Der wirtschaftliche Druck auf die Verkäufe hielt bis ins Jahr 2024 an, was zudem zur Senkung der Jahresprognose im Sommer führte. Im Industriebereich ohne Finanzdienstleistungen strebt das Unternehmen einen Umsatz von 44 bis 47 Milliarden Euro an, mit abgesenkten Erwartungen für Trucks North America.
Ungewiss bleibt, wie sich die von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen 25-prozentigen Zölle auf importierte Lkw auf das Daimler Truck-Geschäft auswirken werden. Vorstandschefin Karin Rådström sieht die Zölle jedoch nicht als größe Hürde, da ein Großteil der Produktion in den USA erfolgt, wo der Konzern mit sieben Werken der führende Truck-Produzent ist. Zu den bekannten Marken gehören Freightliner und Western Star. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, plant Daimler Truck Kostensenkungen von über einer Milliarde Euro bis 2030 auf dem Heimatmarkt. Dies soll mit einem Abbau von rund 5.000 Arbeitsplätzen, insbesondere bei Mercedes-Benz, verbunden sein. Ähnliche Sparmaßnahmen sind auch in Nordamerika vorgesehen, wo die Kapazitätsanpassungen mehr als 2.000 Stellen betreffen könnten.

