Daimler Truck strebt nach mehr Wettbewerbsfähigkeit in Europa
Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat einen entscheidenden Schritt unternommen, um seine Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu steigern. Gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat wurden wichtige Grundsätze für die Zukunft der deutschen Standorte festgelegt. Dabei geht es um einen sozialverträglichen Abbau von Personal, die Verrechnung von Vergütungskomponenten und eine größere Flexibilität beim Einsatz von Zeitarbeit. Diese umfassenden Maßnahmen betreffen rund 28.000 Mitarbeitende; das Bus-Segment bleibt jedoch unberührt.
Im Rahmen des "Cost Down Europe"-Programms sollen nicht nur die Materialkosten reduziert, sondern auch die Personalkosten gesenkt werden. Dies betrifft alle Bereiche, von der Produktion über die Verwaltung bis hin zu Entwicklung und Vertrieb der Marke Mercedes-Benz Trucks. Ein besonders großes Augenmerk wird auf den Standort Wörth, das größte Montagewerk für Lastwagen, gelegt. Ziel ist es, die wiederkehrenden Kosten bis spätestens 2030 um mehr als eine Milliarde Euro zu senken.
Vorstandsmitglied Achim Puchert betonte, dass in der Produktion vorrangig durch natürliche Fluktuation und Altersteilzeit Einsparungen erzielt werden sollen, während in anderen Bereichen ein sozialverträglicher Personalabbau notwendig sei. Dies bedeutet, dass die negativen Auswirkungen der Personalreduzierung für die betroffenen Mitarbeiter*innen gering gehalten werden sollen. Betriebsbedingte Kündigungen sind für die kommenden zehn Jahre ausgeschlossen.
Die kommenden Wochen werden genutzt, um die Details zu den Abfindungsprogrammen zu klären. Eine Besonderheit ist die doppelte Freiwilligkeit bei den Abfindungen sowie die Integration eines Teils der Tariferhöhungen für 2026 in bestehende tarifliche Zulagen. Insgesamt wird die Beschäftigungssicherung, ein zentraler Punkt für den Gesamtbetriebsrat, verlängert. Dies bietet den Mitarbeitenden in Deutschland zusätzliche Sicherheit bis Ende 2034.
Ferner plant das Unternehmen, Verwaltungsleistungen möglicherweise an andere Standorte abzugeben oder externen Unternehmen zu übertragen, um Kosten zu senken. Solche Maßnahmen werden jedoch nur nach einer gründlichen Wirtschaftlichkeits- und Risikoprüfung umgesetzt. Auch bei der Zeitarbeit wurde eine Vereinbarung getroffen: die Quote wird auf 18 Prozent angehoben, obgleich aktuell nur etwa 700 Leiharbeiter an den deutschen Standorten tätig sind.
Ein neues Ergebnisbeteiligungsmodell soll sicherstellen, dass Mitarbeitende am Unternehmensgewinn partizipieren können. Dies sei laut Gesamtbetriebsratschef Brecht ein zentrales Anliegen. Beide Parteien sind zuversichtlich, dass mit diesen Maßnahmen eine sichere Zukunft für die deutschen Standorte geschaffen wird.

