Daimler Truck enttäuscht mit gesenktem Jahresausblick – Aktie leidet
Die jüngste Korrektur des Jahresausblicks von Daimler Truck schlägt hohe Wellen an den deutschen Aktienmärkten. Die Anteilsscheine des Lkw-Herstellers erfuhren am Freitag einen Kursverlust von über sieben Prozent und fielen damit im Dax auf das Schlusslicht. Die Enttäuschung kam, obwohl viele Anleger bereits mit einer negativen Anpassung gerechnet hatten. Der Dax insgesamt verbuchte ein Minus von 1,8 Prozent und setzte den Abwärtstrend des Marktes fort.
Der Kursabsturz warf die Papiere von Daimler Truck von ihrem Höhenflug Ende Juli zurück, als sie mehr als 45 Euro erreichten – der höchste Punkt seit März. Charttechnisch betrachtet, durchbrachen die Aktien die 21-Tage-Linie, ein Signal für kurzfristige Kursbewegungen, und tasten sich nun an die 50-Tage-Linie heran, die den mittelfristigen Trend markiert. Der Anstieg, der seit dem US-Zollschock im April anhält, droht nun ins Wanken zu geraten.
Harry Martin von Bernstein Research bemerkt, dass die Schwere der Senkung viele Marktbeobachter auf dem falschen Fuß erwischt hat. Die Herausforderungen durch die unsichere Wirtschaftslage und die Auswirkungen der US-Zölle belasten das Geschäft, insbesondere in Nordamerika. Nach Einschätzung Michael Aspinalls von Jefferies sieht die Zukunft jedoch nicht ganz so düster aus. Er meint, dass sich der Markt möglicherweise bereits mehr an die neuen Gegebenheiten angepasst hat, als es der Konsens suggeriert. Ein Blick auf die Juli-Auftragseingänge in den USA zeigt zudem positive Anzeichen.
Die Korrekturen beim Jahresausblick von Daimler Truck zogen auch andere Nutzfahrzeugaktien in Mitleidenschaft. Im MDax verlor Traton moderat 1,2 Prozent, wobei die Aktie bereits Ende Juli durch eine gesenkte Prognose unter Druck geraten war. Im SDax traf es SAF-Holland und Jost Werke härter, die jeweils um über zwei beziehungsweise vier Prozent nachgaben.

