Cyberangriff auf Berliner Flughafen: Abfertigung bleibt Geduldsprobe
Vier Tage nach einem schweren Cyberangriff befinden sich die Computersysteme des Flughafens Berlin-Brandenburg weiterhin im Wartemodus. Während Passagiere auf eine zügige Abfertigung hoffen, stehen die Verantwortlichen des Flughafens in kontinuierlichem Austausch mit Collins Aerospace, dem amerikanischen IT-Dienstleister, der dem Angriff zum Opfer fiel. Die große Frage nach der Dauer der Wiederherstellung bleibt jedoch unbeantwortet. Der Fokus liegt nun auf der sorgfältigen Überprüfung der Programme, die erst abgeschlossen sein muss, bevor die Systeme in Betrieb genommen werden können.
Währenddessen stehen Reisende an Check-in-Schaltern und Gepäckannahmestellen in Berlin, sowie an einigen anderen europäischen Flughäfen, weiterhin vor Herausforderungen. Erfreulicherweise hat sich die Lage im Vergleich zu Montag leicht entspannt, ohne auffallend lange Warteschlangen. Trotz einiger Flugstornierungen zeigt sich der Flughafen Berlin-Brandenburg auf der Höhe der aktuellen Abreisewelle optimistisch. Die Passagierzahl hat sich von 89.000 am Montag auf erwartete 79.000 reduziert, eine Entlastung, die dem Betrieb etwas Luft verschafft.
Vor allem die Möglichkeiten des Self-Check-ins erweisen sich als zuverlässige Alternativen. Manuelles Einchecken und Unterstützung durch zusätzliches Personal bei der Gepäckabfertigung tragen zur Entlastung der Nerven bei, während sogar die Flughafenfeuerwehr tatkräftig beim Gepäckrückstau hilft.
Der Cyberangriff zielt auf die Plattform des US-Konzerns RTX, zu dem Collins Aerospace gehört. Laut der EU-Cybersicherheitsagentur ENISA handelt es sich um eine Ransomware-Attacke, die Verschlüsselung zur Erpressung von Lösegeld nutzt.
Neben Berlin waren Flughäfen in Brüssel, Dublin und London Heathrow betroffen, doch die meisten großen deutschen Flughäfen blieben verschont. Meldungen aus Brüssel sind überwiegend positiv, da über 90 Prozent der Flüge planmäßig starten. London Heathrow arbeitet weiterhin an Lösungen und rät Passagieren zur sorgfältigen Überprüfung ihres Flugstatus im Vorfeld. Bis eine langfristige Lösung von Collins Aerospace in Sicht ist, bleibt der Flughafenbetrieb ein Balanceakt.

