Cyber-Schock in Teheran: Nobitex Opfer von Hackerangriff
Teherans führende Krypto-Börse, Nobitex, steht derzeit im Zentrum eines massiven Cyberangriffs, der die Kryptowährungsbranche erschüttert. Am Mittwoch gab das Unternehmen bekannt, dass Hacker sich unerlaubten Zugang zu ihrer Infrastruktur verschafft und bedeutende Summen aus ihrer sogenannten Hot Wallet abgezogen haben. Diese Geldbörse speichert einen Teil der Kryptowährungen, die die Kunden von Nobitex auf der Plattform hinterlegen. Die Betreiber der Börse haben inzwischen Ermittlungen eingeleitet und ihre Online-Präsenz vorübergehend stillgelegt.
Öffentlich einsehbare Aufzeichnungen untermauern den Ernst der Lage: Mindestens 90 Millionen Dollar sollen in mehreren Transaktionen entwendet worden sein. Laut der Analyse der Blockchain-Firma Elliptic wurden diese Beträge durch die Hacker an nicht zugängliche Wallets weitergeleitet, um so den Wert der gestohlenen Beträge komplett zu eliminieren und aus dem Umlauf zu ziehen.
Verantwortlich für diesen folgenschweren Angriff zeichnet sich die pro-israelische Hackergruppe Predatory Sparrow, die sich durch einen Beitrag auf der Plattform X zum Angriff auf Nobitex bekannt hat. Die Gruppe wirft der Börse vor, den iranischen Staat zu unterstützen und internationales Recht zu umgehen. Diese Cyberattacke folgt auf einen weiteren Anschlag des selben Kollektivs auf die iranische Bank Sepah, was landesweite Störungen an Geldautomaten zur Folge hatte.
Inmitten eines eskalierenden Konflikts zwischen Israel und Iran scheint der digitale Kriegsschauplatz als neue Frontlinie zu dienen. Obwohl Predatory Sparrow erstmals 2021 in Erscheinung trat, bleibt die Identität der Drahtzieher unklar. Frühere Angriffe dieser Gruppierung richteten sich gezielt gegen iranische Organisationen, dabei stets mit einem Fokus auf Zerstörung und Stützung israelfreundlicher Interessen.

