Country Garden verhandelt über Schuldenplan und Liquidationsverfahren
Der chinesische Baukonzern Country Garden Holdings bemüht sich um eine Einigung mit seinen Gläubigern über einen Schuldenrestrukturierungsplan bis Ende Februar, nachdem ein Gericht in Hongkong eine Anhörung zu einem Liquidationsantrag verschoben hat. Diese Vertagung gibt dem Unternehmen mehr Zeit, an seinem Vorschlag zu arbeiten.
Country Garden, das im Jahr 2023 mit seiner Dollaranleihe in Verzug geraten war, plant, sein Restrukturierungskonzept im April voranzutreiben. Vertreter des Liquidationsantrags bezeichneten den Zeitplan allerdings als „zu ambitioniert“. Die nächste Anhörung ist nun für den 26. Mai angesetzt. Der zuständige Richter forderte das Unternehmen auf, bis Ende des nächsten Monats öffentlich über den Fortschritt der Verhandlungen zu berichten und betonte, dass die Gläubiger eine Vorverlegung der Anhörung beantragen könnten, falls der Verhandlungsfortschritt nicht zufriedenstellend ist.
Wie viele seiner Konkurrenten kämpft auch Country Garden weiterhin mit der Immobilienkrise des Landes und steht vor großen Herausforderungen. Anfang des Monats berichtete das Unternehmen, eine Einigung mit einer Bankgläubigergruppe erzielt zu haben, jedoch fehlt noch die Unterstützung einer wichtigen Anleihengläubergruppe.
Am Montag teilte Country Garden mit, dass sich die Verhandlungen mit Anleihegläubigern und Banken hauptsächlich auf drei Aspekte konzentrieren: den Umwandlungspreis von verpflichtend wandelbaren Anleihen, die Bedingungen neuer Schuldverschreibungen und die Sicherheitsgarantien für einige Kredite.
Der Liquidationsantrag wurde im Februar des Vorjahres von Ever Credit, einer Einheit des Laminatherstellers Kingboard Holdings, eingereicht. Ziel dieses Antrags ist es, das Schuldenrestrukturierungsverfahren zu beschleunigen, indem das in Verzug geratene Unternehmen unter Druck gesetzt wird, durch Verhandlungen mit den Gläubigern einen Rückzahlungsplan zu entwickeln.
Country Garden hat kürzlich verzögerte Ergebnisse veröffentlicht, die für das Jahr 2023 einen Rekordverlust von 178,4 Milliarden Yuan (24,4 Milliarden US-Dollar) zeigen. Im ersten Halbjahr 2024 wurde ein verringerter Verlust von 12,8 Milliarden Yuan gegenüber 48,9 Milliarden Yuan im Vorjahreszeitraum gemeldet. Der 2023 erfasste Verlust wurde unter anderem auf erhebliche Wertberichtigungen bei in Entwicklung befindlichen und verkaufsbereiten Immobilien zurückgeführt. Für das Gesamtjahr 2024 erwartet das Unternehmen eine deutliche Verringerung des Verlustes, kann jedoch nicht prognostizieren, wann es wieder profitabel sein wird.

