Commerzbank will 50% des Gewinns werden ausschütten
Der Vorstand des Frankfurter Institutes peilt im Rahmen seiner neuen Strategie bis 2026 eine Eigenkapitalrendite von mehr als zehn Prozent an.
Die Commerzbank rechnet mit steigenden Gewinnen und will davon einen noch größeren Anteil an ihre Eigentümer weitergeben. Investoren reagierten an der Börse mit Verlusten. Laut mehreren mit dem Thema vertrauten Personen peilt der Vorstand eine Mindestausschüttung von 50 Prozent an, die auf eine Kombination aus Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen setzt.
Des Weiteren soll die Eigenkapitalrendite bis 2024 auf mehr als acht Prozent, bis 2025 auf mehr als neun Prozent und bis 2026 auf mehr als zehn Prozent steigen. Als größter Aktionär mit einem Anteil von rund 15 Prozent würde auch die Bundesregierung von den geplanten Maßnahmen profitieren.
Die neuen Ziele sind noch nicht beschlossen und sollen zwischen dem kommenden Dienstag und Donnerstag bei der Herbstklausur im firmeneigenen Tagungszentrum in Glashütten beraten werden. Geplant ist, dass der Vorstand die Anregungen des Aufsichtsrats in seine Pläne einarbeitet und die neue Strategie am 8. November vorstellt.
Finanzkreisen zufolge geht der Vorstand davon aus, dass sowohl im Privat- als auch im Firmenkundengeschäft die Erträge bis 2026 gesteigert werden können.
Hierzu hat sich die Bank unter anderem die Ausweitung des Geschäfts mit vermögenden Kunden sowie des Auslandsgeschäfts vorgenommen. Das Filialnetz soll im Wesentlichen erhalten bleiben, wenngleich kleinere Adjustierungen durch auslaufende Mietverträge möglich sind.
Es sieht so aus, als ob die Commerzbank dem Zugriff auf den wachsenden globalen Markt für erstklassige Anlageprodukte, die sie mit dem Kauf des Yellowfin-Teams im Jahr 2022 erhalten haben, noch nicht nachgehen kann.
Laut einem Insider wird es mehrere Jahre dauern, bevor die Bank in diesem Geschäftsfeld zusätzliche Erträge in signifikanter Größenordnung erzielen kann.
Die Analysten der Deutschen Bank haben die Commerzbank aufgefordert, im Bereich der Ausschüttungen wie die italienische Großbank Unicredit aggressiver zu werden. Der Commerzbank-Vorstand ist offensichtlich entschlossen, diesem Wunsch zu entsprechen.

