Commerzbank setzt auf Wachstum zur Abwehr von Unicredit-Plänen

Die Commerzbank, die kürzlich nahezu Rekordgewinne verkündete, hat ambitionierte Ziele gesteckt, um eine Übernahme durch die italienische Großbank Unicredit zu verhindern. Die Strategie: Wertsteigerungen sollen den Aktienkurs anheben und einen Kauf dadurch erschweren. Während Unicredit-Chef Andrea Orcel die Situation abwartend verfolgt, bleibt ein Übernahmeangebot aus.
In diesem Jahr soll der Gewinn der Commerzbank das bisherige Ziel von 3,2 Milliarden Euro übertreffen. Bis 2028 wird ein Anstieg auf 4,2 Milliarden Euro erwartet. Analysten sind sogar noch optimistischer bei ihren Prognosen. Trotz dieser positiven Aussichten enttäuschte die Bank an der Börse, wo ihre Aktie um rund fünf Prozent fiel, obwohl sie im vergangenen Jahr einen Kursanstieg um mehr als das Doppelte verzeichnet hatte.
Vorstandschefin Bettina Orlopp betont die erfolgreichen Wachstumsziele der Bank und hebt die neue Liga hervor, in der die Commerzbank jetzt spielt. Die Unicredit hofft unterdessen auf Marktvorteile im deutschen Sektor durch eine potentielle Übernahme. Doch ein konkretes Angebot lag bisher nicht auf dem Tisch und wirkt bei einem Börsenwert der Commerzbank von rund 38 Milliarden Euro unwahrscheinlich.
Unterstützung erhält Orlopp aus politischen Kreisen: Die Bundesregierung, die 12 Prozent der Commerzbank hält, zeigt sich ablehnend gegenüber einer Übernahme. Die Bank setzt auf Einnahmenwachstum und Kosteneffizienz, unterstützt durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Ziel ist es, die Aufwand-Ertrags-Quote von 54 Prozent in diesem Jahr auf 50 Prozent im Jahr 2028 zu senken.
Obwohl hohe Abfindungskosten einen Rekordgewinn knapp verhinderten, zeigt die Commerzbank sich mit einer erhöhten Dividende und umfassenden Aktienrückkäufen großzügig ihren Aktionären gegenüber. Ziel ist, die Aktien attraktiv zu halten, um sie vor einem Verkauf an Unicredit zu schützen, trotz der bestehenden Skepsis der Investoren an der Börse.

