Cola-Mix-Konflikt: Berentzen und Paulaner im juristischen Armdrücken
Im andauernden Streit um das Design von Cola-Mix-Getränken zwischen dem Brauereiriesen Paulaner und dem Getränkehersteller Berentzen aus Niedersachsen steht die nächste Runde bevor. Vergangene Woche hatte das Landgericht München entschieden, dass die Gestaltung der Mio Mio Cola+Orange Mische von Berentzen dem geschützten Design von Paulaners Spezi zu nahestehe. Berentzen zeigt sich unbeeindruckt und plant, in Berufung zu gehen, wie ein Unternehmenssprecher verlauten ließ. Besonders in Niedersachsen stößt das Urteil auf Unverständnis. Auf der Business-Plattform LinkedIn fand Berentzen-Chef Oliver Schwegmann deutliche Worte zur Gerichtsentscheidung, die er als "lebensfremd" bezeichnete. Nicht nur ihm als Laien, sondern auch erfahrenen Juristen habe das Urteil Kopfschütteln bereitet. Schwegmann bemängelte, dass die Realität im Einzelhandel anders aussehe und betonte, dass ähnliche Farbgestaltungen in vielen Produktkategorien anzutreffen seien, von Chips- bis hin zu Müsliverpackungen. Das Gericht entschied, dass die Frage der Verwechslungsgefahr nicht im Mittelpunkt stehe. Vielmehr sei entscheidend, ob die farbliche Gestaltung den Eindruck erwecken könne, dass das Mio-Mio-Produkt mit Paulaner in Verbindung stehe. Im Zuge des Urteils wurde der Verkauf der umstrittenen Flaschen untersagt und bei Zuwiderhandlung ein erhebliches Ordnungsgeld angedroht. Eine Berufung könnte das Urteil jedoch vorerst aufheben. Zuvor hatte Berentzen erfolglos argumentiert, dass bunte Designs bei Cola-Mix-Getränken gang und gäbe seien. Der Marketingchef berief sich sogar auf eine inspirierende Tapete aus seinem ehemaligen Studentenzimmer als Quelle der Gestaltungsidee. Doch dieser kreative Verweis blieb im Gerichtssaal wirkungslos. Nun bleibt abzuwarten, wie die nächsthöhere Instanz auf diese Geschichte reagieren wird.

