Cola-Mix-Getränke: Brauereien setzen auf innovative Trends zur Umsatzsteigerung
Wachstumschancen im Cola-Mix-Segment
In der deutschen Braubranche zeichnet sich ein spannender Trend ab: Cola-Mix-Getränke, wie das beliebte "Spezi" von Paulaner, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. In einer Zeit, in der der Bierkonsum rückläufig ist, bieten diese Mischgetränke eine vielversprechende Möglichkeit für Brauereien, ihre Umsätze zu steigern und neue Zielgruppen zu gewinnen.
Unternehmen wie die Brauerei Gold Ochsen aus Ulm, die Darmstädter Privatbrauerei, Stauder aus Essen, Veltins aus dem Sauerland und die Flensburger Brauerei haben bereits auf diesen Trend reagiert. Durch attraktive Aktionsangebote im Handel sollen diese Produkte verstärkt bei den Verbrauchern beworben werden. Diese Strategie könnte sich als entscheidend erweisen, um in einem zunehmend umkämpften Markt bestehen zu können.
Wettbewerb im Cola-Mix-Markt
Mit dem Eintritt in den Cola-Mix-Markt treten die Brauereien in direkte Konkurrenz zu Branchenriesen wie Coca-Cola, die mit ihrem Mezzo Mix dominieren. Laut Marktforschern, die Veltins zur Verfügung stehen, ist das Segment der Cola-Mix-Getränke im Lebensmittelhandel und in Getränkemärkten mittlerweile bedeutender als der Absatz von alkoholfreiem Bier. Dies eröffnet den Brauereien die Möglichkeit, ihre Abfüllanlagen effizienter zu nutzen, ohne umfangreiche technische Umstellungen vornehmen zu müssen.
Nostalgie und Innovation als Schlüssel
Ein weiterer Aspekt, der diesen Trend befeuert, ist die Kombination aus nostalgischem Marketing und moderner Produktgestaltung. Paulaner hat bereits rechtliche Schritte unternommen, um das Design seiner Produkte zu schützen, während Veltins mit einem Schallplatten-Design auf den Nostalgie-Trend anspielt, um jüngere Konsumenten anzusprechen. Diese Innovationskraft zeigt, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse der Verbraucher zu erkennen und darauf zu reagieren.
Rückgang des Bierkonsums und die Reaktion der Branche
Die Herausforderungen für die Brauwirtschaft sind jedoch nicht zu unterschätzen. Der Rückgang des Bierkonsums in Deutschland ist alarmierend, mit einem historischen Rückgang von 5,8 Prozent im Jahr 2025. Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, äußerte sich besorgt über die anhaltende Talfahrt und prognostiziert für 2026 ein weiteres schwieriges Jahr. Diese Entwicklung belastet nicht nur die Brauereien, sondern auch den Handel und die Gastronomie.
Alkoholfreies Bier als Lichtblick
Inmitten dieser Herausforderungen gibt es jedoch auch positive Entwicklungen. Der Absatz von alkoholfreiem Bier stieg im Jahr 2025 um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Alkoholfreie Biere und Mischgetränke machen mittlerweile etwa 11 Prozent des gesamten Bierkonsums aus. Dennoch bleibt festzuhalten, dass das Wachstum in diesem Segment nur einen Teil des Verlustes bei alkoholhaltigen Bieren ausgleichen kann, wie Veltins in einer Marktanalyse feststellte.
Investitionen in die Zukunft
Die Zahl der Brauereien in Deutschland ist seit 2019 rückläufig, was besorgniserregend ist. Dennoch zeigen Umfragen, dass 80 Prozent der Betriebe planen, im Jahr 2026 in ihre Infrastruktur zu investieren, insbesondere im Bereich Energie. Präsident Georg Rittmayer betont, dass auch kleinere Brauereien zunehmend in die Anlagentechnik für alkoholfreie Biere investieren, um ihr Sortiment zu diversifizieren und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Fazit: Ein offenes Feld für Investoren
Die Rückkehr von Paulaner und anderen Brauereien in den Cola-Mix-Markt zeigt, dass die Branche bereit ist, sich neu zu erfinden und innovative Produkte zu entwickeln. Ob dieser Schritt Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten, doch die Zeichen stehen auf Wachstum. John Galvin, Deutschland-Chef von Coca-Cola, sieht in den neuen Anbietern sogar eine Chance für die gesamte Kategorie, da sie neue Konsumenten anziehen. Für Investoren eröffnet sich hier ein spannendes Feld, das sowohl Risiken als auch Chancen birgt.

