Code Vein 2 startet holprig: Advanced Access erntet gemischte Kritiken wegen Performance-Problemen
Wenn der frühzeitige Zugang zur Ernüchterung führt statt zur Vorfreude, läuft etwas fundamental schief. Code Vein 2, Bandai Namcos Action-RPG-Hoffnungsträger, hat seinen Advanced Access für Deluxe- und Ultimate-Edition-Käufer gestartet – und erntet auf Steam eine gemischte Bewertung, die vor allem eines offenbart: Technische Unausgereiftheit. Während einige Spieler den umfangreichen Charaktereditor und verbesserte Gameplay-Mechaniken loben, dominiert eine andere Sorte Feedback die Diskussionen: „Das Spiel läuft einfach nicht gut“, wie ein frustrierter Rezensent nach zwei Stunden Spielzeit zusammenfasste. Textur-Pop-ins, ruckelnde Cutscene-Übergänge und miserable Bildraten in bestimmten Arealen trüben das Erlebnis erheblich. Dass einige Spieler Unreal Engine 5 die Schuld zuschieben, während andere ihre Rechner auf 30 FPS limitieren müssen, um überhaupt spielen zu können, zeichnet ein besorgniserregendes Bild kurz vor dem offiziellen Launch am 30. Januar.
Unreal Engine 5: Segen oder Fluch?
Die Wahl von Unreal Engine 5 als technisches Fundament scheint sich bei Code Vein 2 als zweischneidiges Schwert zu erweisen. Während die Engine theoretisch atemberaubende Grafik ermöglicht, kämpfen viele Spieler mit Optimierungsproblemen, die selbst hochwertige Gaming-PCs in die Knie zwingen. „UE5 schlägt wieder zu“, klagte ein Spieler, der seine Bildrate auf 30 FPS begrenzen muss, um eine spielbare Erfahrung zu gewährleisten. Die Ironie liegt darin, dass Code Vein 2 visuell zwar hübscher als sein Vorgänger ist, diese Schönheit aber mit massiven Performance-Einbußen erkauft wird. Andere Rezensenten berichten von konstanten Mikrorucklern selbst in Cutscenes, die auf 30 FPS gelockt sind – ein Zustand, der auf fundamentale Engine-Integration-Probleme hindeutet statt auf bloße Hardware-Anforderungen. Bandai Namco hat sich bislang nicht zu den Beschwerden geäußert, doch der Druck wächst mit jedem neuen negativen Review.
Spielerzahlen trotz technischer Mängel beeindruckend
Trotz der technischen Schwierigkeiten verzeichnet Code Vein 2 respektable Spielerzahlen: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels erreichte das Spiel einen Peak von 9.211 gleichzeitigen Spielern auf Steam, mit aktuell 8.235 aktiven Nutzern. Diese Zahlen belegen zweierlei: Einerseits die Anziehungskraft der Franchise und das Vertrauen in Bandai Namcos Action-RPG-Expertise, andererseits auch die Toleranz einer Community, die bereit ist, durch holprige Early-Access-Phasen zu navigieren. Sollten die Performance-Probleme nicht gravierend bleiben, dürften diese Zahlen nach dem offiziellen Release am 30. Januar weiter steigen – vorausgesetzt, ein Day-One-Patch adressiert die dringendsten Optimierungslücken. Die positive Seite der Reviews hebt Verbesserungen gegenüber dem ersten Code Vein hervor: Der Charaktereditor bietet Tausende von Anpassungsoptionen, die bereits in einer vorab veröffentlichten Demo getestet werden konnten und den Import von bis zu 64 Charakteren ins Hauptspiel erlauben.
Zenon Gryfgote und die narrative Ambition
Jenseits technischer Schwierigkeiten bemüht sich Code Vein 2, mit kreativem Storytelling und ungewöhnlichen Charakteren zu punkten. Ein Paradebeispiel ist Zenon Gryfgote, der Anfang Januar mit einem eigenen Trailer vorgestellt wurde – komplett mit musikalischer Einlage, in der er über seine Motivation singt, „in einer von Dunkelheit bedeckten Welt“ für ein besseres Morgen zu kämpfen. Sein Design bricht bewusst mit dem klassischen „dunklen gepanzerten Ritter“-Archetyp: Extravaganter Rüstungsschmuck und ein digitaler Bildschirm im Helm, der wechselnde Gesichtsausdrücke anzeigt, machen ihn zu einer schillernden Figur in einem sonst düsteren Setting. Diese narrativen und künstlerischen Ambitionen zeigen, dass Code Vein 2 mehr sein will als „bloß mehr Code Vein“ – ein Ziel, das jedoch durch technische Mängel überschattet wird, die das Spielerlebnis aktiv beeinträchtigen.
Die Frage nach der Zukunft
Code Vein 2 erscheint offiziell am 30. Januar für PC, PS5 und Xbox Series X/S. Ob Bandai Namco bis dahin einen Performance-Patch ausrollen kann, wird entscheidend dafür sein, ob das Spiel sein Potential ausschöpft oder als vertane Chance in die Geschichte eingeht. Die gemischten Steam-Reviews im Advanced Access sind ein Warnsignal, das nicht ignoriert werden sollte – besonders in einer Zeit, in der Spieler zunehmend sensibel auf unfertige Releases reagieren. Der umfangreiche Charaktereditor und die verbesserten Gameplay-Systeme bieten eine solide Basis, doch wenn selbst High-End-PCs straucheln und Spieler zu 30-FPS-Limitierungen greifen müssen, ist das mehr als nur ein „Launch-Bug“. Es ist ein strukturelles Problem, das dringend Aufmerksamkeit benötigt – und die Uhr tickt.


