Chipbranche im Umbruch: AMD unter Druck, während Konkurrenten glänzen
Die Aktien von Advanced Micro Devices (AMD) setzen ihren Abwärtstrend fort, nachdem ein führender Wall-Street-Analyst die Befürchtung äußerte, dass der Chiphersteller auch im kommenden Jahr hinter der Performance seiner Konkurrenten zurückbleiben könnte. In den letzten sechs Monaten haben die AMD-Aktien über 28% an Wert verloren, während der PHLX Semiconductor Index nur um 9% gesunken ist. Seit der Veröffentlichung einer enttäuschenden Umsatz- und Gewinnprognose im Oktober hat AMD etwa 63 Milliarden Dollar an Marktwert eingebüßt.
Währenddessen verzeichnen Rivalen wie Broadcom und Marvell Technology beeindruckende Kursgewinne von 31% beziehungsweise 55% im selben Zeitraum. Broadcom konnte sogar die Bewertung von einer Billion Dollar übertreffen, während Nvidia, kurzzeitig das wertvollste Unternehmen der Welt, seine Marktkapitalisierung bei beeindruckenden 3,4 Billionen Dollar sah und trotz einer jüngsten Stagnation um mehr als 168% im vergangenen Jahr zulegte.
Der HSBC-Analyst Frank Lee senkte sein Kursziel für AMD-Aktien auf 110 Dollar pro Aktie und veränderte seine Bewertung von 'Kaufen' auf 'Reduzieren'. Er weist auf die Abhängigkeit von Samsung bei AMD’s High-End-Speicherchips hin, was die sorgenvollen Umstände für die Nachfrage nach den neuen MI325-Grafikprozessoren verstärken könnte.
Lee hebt hervor, dass AMDs Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der KI-Grafikprozessoren geringer ist als erwartet, und dass das Unternehmen hinter Marktführer Nvidia zurückbleiben wird. Nvidia treibt die Produktion seiner neuen Blackwell-Chips voran und hat jüngst neue Strategien für Gaming und PCs enthüllt. AMD plant den Launch seines MI350-Chips erst in der zweiten Hälfte 2025 und könnte erst Ende 2025 oder Anfang 2026 mit einer konkurrenzfähigen AI-Rack-Lösung erscheinen.

