Chip-Kontroverse sorgt für Spannungen zwischen Europa und China
Im anhaltenden Disput um Nexperia, einem bedeutenden niederländischen Chip-Produzenten, kam es jüngst zu einer Verteidigungsoffensive der chinesischen Eigentümerseite. Vertreter des Mutterkonzerns Wingtech wiesen in einem Verfahren vor dem Amsterdamer Wirtschaftsgericht entschieden Vorwürfe des Missmanagements zurück. Der Verdacht einer Aushöhlung des Unternehmens und einer potenziellen Verlagerung der Produktion nach China sei unbegründet, betonten die Anwälte eindringlich.
Der Streit um Nexperia, das mit seinen wesentlichen Halbleiterprodukten in der europäischen Automobilindustrie eine herausragende Rolle spielt, eskalierte, nachdem das niederländische Wirtschaftsministerium die Unternehmensleitung im vergangenen Herbst angesichts mutmaßlicher Absichten zur Technologietransfer kontrollierte. Die Justiz in Amsterdam prüft derzeit, ob die eingeführten Kontrollmaßnahmen gegen die chinesische Führung fortbestehen sollen. Eine Entscheidung wird in den nächsten vier Wochen erwartet.
Die Auseinandersetzungen führten in der Vergangenheit zu einem diplomatischen Schlagabtausch zwischen den Niederlanden und China, der sich auch in wirtschaftlichen Sanktionen niederschlug. So stoppte Peking zeitweise den Export von Nexperia-Chips, was europäische Automobilhersteller schwer traf. Trotz einer Teilaufhebung des Exportverbots bestehen die chinesischen Forderungen, die bestehende Controlle der Firma zu beenden. Wingtechs Verteidiger argumentierten, die unternehmerischen Eingriffe seien reine Schutzmaßnahmen angesichts drohender Handelsrestriktionen der USA.
Doch auch die Unternehmensvertreter von Nexperia pochten bei der gerichtlichen Anhörung auf die Untersuchung der Angelegenheiten, indem sie die Anschuldigungen gegenüber Wingtech untermauerten und eine gründliche Aufklärung durch das Gericht forderten.

