Chinas Solarmarkt: Licht und Schatten am Horizont
Chinas beeindruckender Solarausbau steht vor einer möglichen Atempause. Der Verband der chinesischen Photovoltaik-Unternehmen prognostiziert für dieses Jahr eine Erweiterung der Kapazitäten um 215 bis 255 Gigawatt. Dieser potenzielle Rückgang folgt einem herausragenden Jahr, in dem China mit 277,57 Gigawatt neue Maßstäbe setzte und damit den vorherigen Höchstwert von 216,3 Gigawatt aus 2023 übertraf.
Als unangefochtener Spitzenreiter im Solarsegment liegt China weit vor Deutschland, das 2024 lediglich 16 Gigawatt hinzufügte. Gleichwohl sieht sich die chinesische Solarbranche mit ernst zu nehmenden Herausforderungen konfrontiert. Ein inländisches Überangebot führte bei Produzenten zu Verlusten. Auf internationaler Bühne stehen den chinesischen Herstellern Hürden wie die protektionistischen Zölle der USA gegenüber, die heimische Industrie vor billigen Importen schützen sollen.
In Deutschland bestimmen diese Marktbedingungen ebenfalls das Geschäftsumfeld, wie etwa das Beispiel Meyer Burger zeigt, das seine Produktion im sächsischen Freiberg eingestellt hat. Der Verband führt den erwartet geringeren Zubau teilweise auf die vorangegangenen Rekordinstallationen und ein neues, verunsicherndes Preismodell zurück. Ab 1. Juni sollen die Marktkräfte die Preise für Strom aus erneuerbaren Energien bestimmen, was Hersteller und Investoren gleichermaßen herausfordert.

