Chinas Militärmanöver um Taiwan: Anspannung im Indo-Pazifik
Die Volksbefreiungsarmee Chinas hat ein umfassendes Militärmanöver rund um Taiwan eingeleitet. Dieses strategische Vorgehen stellt eine deutliche Warnung an die als "separatistisch" angesehenen Kräfte Taiwans dar, die auf eine Unabhängigkeit der Insel hinarbeiten. Shi Yi, Sprecher des Ost-Kommandos, betonte, dass die Übung sowohl eine Abschreckung als auch eine Prüfung der "Operationsfähigkeiten" der Streitkräfte sei. Dabei sind die Armee, Marine, Luftwaffe und Raketeneinheit involviert, die Taiwan aus verschiedenen Richtungen umzingeln sollen. Konkrete Zahlen zu den eingesetzten Militärressourcen wurden bislang nicht veröffentlicht.
In beeindruckender Regelmäßigkeit sind Chinas Streitkräfte mittlerweile fast täglich mit Schiffen und Flugzeugen in der Region aktiv. Peking sieht die Insel als Teil seines Territoriums an, obwohl Taiwan seit vielen Jahren eigenständig und demokratisch regiert wird. Die Führung in Peking macht keinen Hehl daraus, dass sie Taiwan wieder unter ihre Kontrolle bringen will, notfalls auch militärisch.
In Taipeh regiert unterdessen die Demokratische Fortschrittspartei, die von Peking aufgrund ihrer politischen Haltung als separatistisch eingestuft wird. Präsident Lai Ching-te hat klargestellt, dass die Regierung von einer formellen Unabhängigkeitserklärung Abstand nimmt, da Taiwan faktisch bereits unabhängig operiert. Ein solcher Schritt wäre auch für die USA heikel, die als Taiwans größter Verbündeter gelten und sich zur Unterstützung der Verteidigung Taiwans verpflichtet haben. Washington erkennt die Insel offiziell nicht als eigenständigen Staat an, was die diplomatische Gratwanderung der USA im indopazifischen Raum weiter kompliziert.

