China's Flugzeughersteller COMAC gerät ins Trudeln bei Lieferzielen
Der chinesische Flugzeugbauer COMAC sieht sich mit Herausforderungen konfrontiert, die seine ursprünglich angestrebten Lieferziele für das Schmalrumpfflugzeug C919 betreffen. Laut Berichten von China Eastern Airlines, Air China und China Southern, den drei Fluggesellschaften, die das Modell einsetzen, hinkt die Produktion deutlich hinterher.
Nachdem ursprünglich 32 Flugzeuge dieses Typs für das laufende Jahr erwartet wurden, konnten bis September lediglich fünf Maschinen von COMAC ausgeliefert werden. Diese Zahlen basieren auf den Finanzberichten der Airlines sowie Daten von ch-aviation und Flightradar24. Medienberichten zufolge hat COMAC seine Produktionsziele für das Jahr auf 25 Maschinen gesenkt, nachdem zuvor eine Zahl von 75 angepeilt wurde.
Im Januar hatte COMAC angekündigt, die Produktion auf 30 Flugzeuge zu steigern und die Jahreskapazität bis 2025 auf 50 Maschinen auszubauen. Im März wurde das Ziel sogar auf 75 Maschinen erhöht. Diese ambitionierten Pläne stehen im Kontext eines angestrebten Wettbewerbs mit westlichen Flugzeugriesen wie Airbus und Boeing, welche pro Monat Dutzende ihrer Modelle A320neo und 737 MAX fertigen.
Ein wesentlicher Rückschlag für COMAC in diesem Jahr war das temporäre Importverbot der CFM-Triebwerke durch die USA zwischen Juni und Juli unter zunehmenden Handelskonflikten. Der Flugzeugbauer stützt sich stark auf ausländische Teile, was ein signifikantes Risiko in der chinesischen Flugzeugproduktion darstellt.
Der C919 besitzt noch keine zentrale Zertifizierung durch westliche Luftfahrtbehörden und erhielt bisher Bestellungen hauptsächlich von chinesischen Kunden sowie zwei Fluggesellschaften in Brunei und Kambodscha. Eine Analyseberatung erwartet, dass COMAC in den kommenden Jahren ein verhalteneres Wachstum an den Tag legen wird, mit einer prognostizierten Produktionskumulation von 18 Flugzeugen im Jahr 2025 bis zu 45 im Jahr 2027.

