Chinas Börsen im Aufwind: Institutionelle Anleger als treibende Kraft
Die chinesischen Aktienmärkte erleben nach Jahren der Tristesse derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Analysten von Goldman Sachs sind der Ansicht, dass diese Hausse noch nicht am Ende ist und weiteres Potenzial besteht. Überraschenderweise sind es nicht die Kleinanleger, die die Märkte befeuern, sondern vor allem institutionelle Investoren, wie aus jüngsten Daten hervorgeht.
Seit Jahresbeginn konnten die chinesischen Aktien rund 3 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung zulegen. Besonders beeindruckend ist der Anstieg des CSI 300 Index um 26 Prozent seit April, während der MSCI China Index um über 35 Prozent in diesem Jahr gewachsen ist. Getrieben wird diese Entwicklung durch beträchtliche Käufe institutioneller Anleger sowie innerländischer Hedgefonds, die ihre verwalteten Vermögen zuletzt merklich erhöht haben.
Nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch aus dem Ausland strömt Kapital in die Märkte. Goldmans globale Hedgefonds-Kunden haben in jüngster Zeit ihre größten monatlichen Investitionen in Chinas A-Aktien getätigt. Dennoch halten chinesische Haushalte bisher lediglich ein Drittel des Aktienmarktes, wobei die Experten von Goldman erwarten, dass dieser Anteil allmählich steigen wird.
Angesichts sinkender Immobilienpreise und niedriger Bankzinsen könnten private Anleger verstärkt Kapital in den Aktienmarkt umlenken. Der Einzelhandelsenthusiasmus ist derzeit zwar gedämpft, doch sollte er das Hoch von 2015 oder 2020 erneut erreichen, könnte der CSI 300 Index um weitere 18 bis 27 Prozent zulegen. Trotz Bedenken, der Markt könne heißlaufen, bleiben die Bewertungen aus Sicht der Goldman-Analysten moderat und chinesische Aktien handeln weiterhin mit einem Abschlag gegenüber entwickelten Märkten.
Ein Risiko bleibt die politische Einflussnahme. Frühere Aufschwünge endeten oft mit regulatorischen Eingriffen. Doch angesichts der Bedeutung des Aktienmarktes für Chinas Wirtschaft und die Kapitalallokation scheint die Wahrscheinlichkeit für staatliche Markteingriffe derzeit niedrig.
Goldman Sachs bleibt daher optimistisch und hält an seiner positiven Einschätzung für auf dem chinesischen Festland und in Hongkong gelistete Aktien fest, mit einem prognostizierten Anstieg von 8 beziehungsweise 3 Prozent in den kommenden zwölf Monaten.

