Chega erlebt Rückschlag bei portugiesischen Kommunalwahlen
Bei den jüngsten Kommunalwahlen in Portugal musste die rechtspopulistische Partei Chega einen deutlichen Rückschlag hinnehmen. Trotz der Errichtung von drei Bürgermeisterämtern konnte die Partei unter der Führung von André Ventura ihre ambitionierten Ziele nicht erreichen. So strebte sie ursprünglich an, zwischen zehn und 30 der insgesamt 308 Bürgermeisterposten zu erobern. Nach ersten offiziellen Ergebnissen erzielte Chega landesweit lediglich 11,86 Prozent der Stimmen, was einen signifikanten Rückgang gegenüber den 22,76 Prozent bei den Parlamentswahlen im Mai darstellt.
In der politischen Landschaft Portugals hatte sich Chega binnen kürzester Zeit von einer neu gegründeten Partei zur zweitstärksten Kraft im Parlament entwickelt. Mit 60 Abgeordneten musste sie sich nur dem konservativen Bündnis Aliança Democrática (AD) von Ministerpräsident Luís Montenegro geschlagen geben, das 91 Sitze innehat. Der steile Aufstieg von Chega wurde von den Medien als "historisch" und "revolutionär" bezeichnet.
André Ventura äußerte sein Bedauern über das Ergebnis der Kommunalwahlen, betonte jedoch, dass die Ambitionen seiner Partei ungebrochen seien: "Diese Partei strebt nicht mehr an, zweite oder dritte zu werden. Wir kämpfen, um zu siegen. Auch wenn wir heute nicht gewonnen haben, geben wir den Kampf nicht auf."
Die Kommunalwahlen galten als wichtiger Stimmungstest nach den Parlamentswahlen. Das AD-Bündnis konnte dabei einen klaren Sieg verzeichnen. Insbesondere die Sozialdemokratische Partei (PSD) von Montenegro gewann an Boden und stellte nun 136 Bürgermeister, zehn mehr als zuvor. Im Gegensatz dazu verlor die Sozialistische Partei (PS) weiter an Einfluss und erhielt nur noch 128 Rathäuser, 20 weniger als zuvor.

