CDA-Chef Dennis Radtke warnt CDU vor riskanten Forderungen
Der einflussreiche Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, hat seine Partei davor gewarnt, dass wiederholte Forderungen nach Einschnitten im sozialen Sicherungssystem das Vertrauen der Wähler gefährden könnten. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" bekräftigte Radtke, dass die aktuellen Debatten nicht schief laufen dürften. Besonders sorgen die Äußerungen aus der Parteispitze, die suggerieren könnten, dass die Belastungen einseitig auf die Schultern der Arbeitnehmer abgewälzt werden sollen. Radtke unterstrich, dass man sich nicht wundern müsse, wenn die Umfragewerte der Union bei 27 Prozent stagnieren.
Diese Einschätzung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da in diesem Jahr fünf Landtagswahlen anstehen, wobei besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit Spannung erwartet wird, ob die AfD erstmals einen Ministerpräsidenten stellen könnte. In den vergangenen Wochen hatte CDU-Chef Friedrich Merz eine Reihe von sozial- und arbeitsmarktpolitischen Reformen vorgeschlagen, darunter eine Hinterfragung des Krankenstands in Deutschland und die Möglichkeit, Arztbesuche nicht mehr über die gesetzlichen Krankenkassen im Umlageverfahren zu finanzieren, sondern privat. Der CDU-Wirtschaftsrat hatte sich über das Wochenende ebenfalls für eine Reduzierung der Sozialversicherungsleistungen ausgesprochen.
Mit Blick auf diese Vorschläge kritisierte Radtke scharf, dass Privilegierte anderen Menschen Verzicht predigten. Seine Äußerungen fanden Unterstützung in den Medien der Funke-Gruppe. Die CDU plant ihren wichtigen Bundesparteitag Mitte Februar in Stuttgart, wo diese Themen zweifellos diskutiert werden.

