Carbon Composites e.V. auf der Hannover Messe: Reger Andrang am Gemeinschaftsstand

(pressebox) Augsburg/Hannover, 24.04.2014 - Zum zweiten Mal war der Carbon Composites e.V. (CCeV) mit einem Gemeinschaftsstand auf der Hannover Messe vertreten. Mehr als ein Dutzend Mitaussteller präsentierten sich im Rahmen der Industriemesse und bewiesen, welche Möglichkeiten im Leichtbau mit Faserverbund stecken.

Im Vergleich zum Vorjahr hatte der CCeV seine Standfläche auf rund 150 qm verdoppelt - ein Beweis dafür, wie groß das Interesse am Thema Leichtbau mit Faserverbundwerkstoffen ist. Dies zeigte auch der rege Andrang der Fachbesucher am CCeV-Stand: "Die Anfragen bezogen sich natürlich in der Hauptsache auf Themen des Maschinen- und Anlagenbaus", so Dr. Thomas Heber, Geschäftsführer der Abteilung CC Ost und beim CCeV verantwortlich für das Projekt Hannover Messe. Der CCeV ist auf der größten Industriemesse Europas ein wesentlicher Mitgestalter des Themas Leichtbau: "Wir freuen uns, dass dieses Thema nicht zuletzt durch die Präsenz unserer Mitglieder mittlerweile zu einem zentralen Anziehungspunkt auf der Hannover Messe geworden ist", ergänzt Alexander Gundling, Hauptgeschäftsführer des CCeV.

13 Firmen, Institutionen sowie Abteilungen zeigten auf dem Gemeinschaftsstand des CCeV ihre Highlights. Mit dabei waren auch der deutsche Fachverband für Faserverbundkunststoffe, AVK, der europäische EuCIA, der Spitzencluster MAI Carbon und die Fachabteilung Ceramic Composites im CCeV.

Die Exponate des Mitausstellers Moll Engineering belegen, dass Leichtbau gut für die Gesundheit sein kann: Zusammen mit dem polnischen Schwesterunternehmen Wenglon produzieren die Lübecker Präzisionsinstrumente, vor allem für die Traumachirurgie. CFK und GFK in hybrider Verbindung mit Edelstahl und Aluminium erreichen hier gleich mehrere Ziele: niedriges Gewicht bei hoher Steifigkeit und Sterilisationsfähigkeit. Außerdem Röntgentransparenz, so dass der Chirurg den Operationsbereich während des Eingriffes durchleuchten kann. Bei komplizierten Knochenbrüchen geht es darum, den Eingriff für den Patienten so schonend wie möglich zu gestalten. Stichwort ist hier die minimal invasive Traumachirurgie. Mit den von Moll Engineering gelieferten "Zielgeräten" bringt der Arzt die Nägel für die Fixierung der Fraktur zielgenau in den Knochen ein und verschraubt sie dort. Da die Instrumente zum großen Teil aus CFK und somit leicht sind, kann sie der Chirurg gut handhaben und präzise positionieren. Diese Zielgeräte - neudeutsch Target Device - kommen weltweit zum Einsatz. Damit unterliegen sie den Regularien der US Food and Drug Administration FDA. Für den Mittelständler bedeutet dies eine echte Herausforderung und belegt zugleich, dass Composites hohe Ansprüche erfüllen können. "Wir garantieren höchste Qualität durch eine 100-Prozent-Prüfung", erklärt Stefan Moll. "Trotz moderner Produktionsverfahren wird jedes Teil mehrfach begutachtet und geprüft."

Karl Mayer Composite Parts, ein weiterer Aussteller auf dem CCeV-Stand, liefert individuelle CFK- und GFK-Lösungen an den Maschinenbau. Ein besonderer Fokus liegt auf komplexen Hohlkörpern und Profilen mit bis zu sieben Metern Länge in Hybridbauweise und damit hoher Funktionsintegration. Die Carbon-Teile werden auf verschiedene Zielkriterien hin wie Leichtbau, Temperaturausdehnung und Dämpfung optimiert. Jüngstes Produkthighlight ist ein sechs Meter langer CFK-Träger für eine mobile Messeinrichtung, der mit einer Oberflächenebenheit von 0,05 mm hergestellt werden konnte, nacharbeitsfrei.

Doch auch bei Composites gilt es oft, präzise nachzuarbeiten. Hierfür präsentierte Hufschmied Zerspanungssysteme sein Know-how auf dem CCeV-Stand. Schwerpunkte sind werkstoffoptimierte Werkzeuge zur Multimaterialmixbearbeitung sowie prozessoptimierte Werkzeuge zum Herstellen von Klebeflächen und zum Rework von FVK-Bauteilen auf mobilen Maschinen.

"In Ostdeutschland hat sich eine Leichtbaulandschaft entwickelt, die für die Etablierung des Faserverbundleichtbaus entscheidend ist" - so ist es in einem BMBF-Flyer zu lesen. Um dortigen KMU zum Erfolg zu verhelfen, gründete die Regionalabteilung Ost des CCeV ein "Innovationsforum Hochleistungsfaserverbund", das im Rahmen der Initiative " Unternehmen Region" vom BMBF gefördert wird. "Wir streben unternehmensübergreifende Fertigungsvereinigungen an, um lückenlose Wertschöpfungsketten abzubilden", erläutert Dr. Thomas Heber vom CC Ost. Dieses Vorhaben stellte der Verein in Hannover vor und warb dabei auch weitere Teilnehmer.

Das Institut für Konstruktion und Verbundbauweisen gemeinnützige GmbH an der Technischen Universität Chemnitz (KVB) präsentierte sich auf dem Gemeinschaftsstand des CCeV als eine anerkannte und sich permanent weiter entwickelnde Forschungseinrichtung. Den Schwerpunkt seiner Tätigkeit bildet die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) auf dem Gebiet der Faserverbundkunststoffe. Mit mehr als 60 erfolgreich abgewickelten F&E-Projekten hat sich das KVB in den Bereichen Maschinenbau, Messtechnik, Fahrzeugtechnik (Road & Rail) sowie Flugzeugbau als anerkannter Forschungspartner etabliert. Aktuell befasst sich das KVB beispielsweise mit der Entwicklung eines Multisportgerätes zur Ausübung mehrerer Trendsportarten (Snow-, Kite-, Skate und Wakeboard) oder mit Fluor-Polymer-Funktionsbeschichtungen auf FVK-Bauteilen für die Verbesserung der Reibwerte, Erhöhung der Abriebfestigkeit, Chemikalienbeständigkeit und des Korrosionsschutzes sowie die Reduktion der Oberflächenspannung. Beispiele für die verschiedenen Tätigkeitsfelder zeigte das KVB auf dem Stand des CCeV.
Fahrzeugbau / Automotive
[pressebox.de] · 24.04.2014 · 10:28 Uhr
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