Capital One: Zwischen Gewinnsprung und rechtlichen Herausforderungen
Capital One, eine der größten Banken der USA mit über 100 Millionen Kunden, konnte kürzlich einen deutlichen Anstieg seiner Profite verzeichnen. Der Quartalsbericht für das dritte Quartal 2024 zeigt, dass das Unternehmen einen Nettoumsatz von 10 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete, was einem Zuwachs von 5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Die Zunahme der Gewinne erstreckte sich über verschiedene Kreditkategorien, so etwa Kreditkarten, Autokredite und den Privatkundenbereich. Doch während sich die finanziellen Aussichten verbessern, steht Capital One gleichzeitig vor einer ernsthaften rechtlichen Herausforderung.
Das Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) hat eine Klage gegen die Bank eingereicht, da sie angeblich Kunden um 2 Milliarden US-Dollar betrogen haben soll. Im Kern der Anklage steht das "360 Savings"-Konto, das 2013 mit der Werbung von angeblich besten und höchsten Zinssätzen eingeführt wurde. Trotz dieser Versprechen, so behauptet das CFPB, habe Capital One die Zinsen auf einem niedrigen Niveau eingefroren, während die Zinssätze landesweit stiegen.
Für zusätzliche Verwirrung sorgt das 2019 eingeführte "360 Performance Savings"-Produkt, das dem "360 Savings"-Konto stark ähnelt, jedoch erheblich höhere Zinsen zahlt. Die Strategie, beide Produkte ähnlich zu benennen und zu vermarkten, habe laut CFPB dazu geführt, dass viele Kunden im Dunkeln gelassen wurden, insbesondere da Verweise auf "360 Savings" allmählich von der Webseite entfernt wurden.
Eine Sprecherin von Capital One äußerte sich enttäuscht über die Klage des CFPB und betonte, dass "360 Performance Savings" umfassend beworben worden sei, unter anderem im nationalen Fernsehen. Das Unternehmen bekräftigte, sich vor Gericht energisch verteidigen zu wollen.

