Call of Duty: Black Ops 7 – Treyarchs Creative Director spricht über die Vorwürfe, CoD sei faul geworden
Es ist ein jährlich wiederkehrendes Schauspiel, beinahe so verlässlich wie die Gezeiten. Ein neues Call of Duty wird enthüllt, und im selben Atemzug schwillt in den Weiten des Internets das Lamento über einen vermeintlichen kreativen Stillstand an. Der Vorwurf der Faulheit, der Stagnation, des Auf-Nummer-sicher-Gehens, er klebt an der Marke wie Pech. Und während der große Konkurrent mit Battlefield 6 dieses Jahr ein potenziell bedrohliches Donnergrollen erzeugt, stellt sich Treyarchs Miles Leslie, Associate Creative Director von Call of Duty: Black Ops 7, den Kritikstürmen. Seine Reaktion darauf ist jedoch keine demütige Verteidigungsrede. Es ist eine Demonstration stoischer, fast schon provokanter Gelassenheit, die Bände spricht.
Ein Schutzschild aus purer Vision
In einem aufsehenerregenden Interview mit IGN kontert Leslie die Anschuldigungen nicht mit einer Liste an Features, sondern mit einer fundamentalen Philosophie. „Man macht sich darüber einfach keine Sorgen“, entgegnet er auf die Frage, was man von den anhaltenden Vorwürfen halte. Er stellt klar, dass man zu Beginn der Entwicklung nicht darüber nachdenke, was die Kritiker sagen werden. Stattdessen existiere eine klare Vision, die es zu verfolgen gilt. Man suche zwar aktiv nach konstruktiver Kritik, doch der Rest sei lediglich Lärm. Man müsse dieses Rauschen durchbrechen und sich unbeirrt an den eigenen Plan halten. Das ist kein PR-Sprech. Das ist ein Panzer aus Selbstvertrauen, der unaufhaltsam vorwärtsrollt.
Ein respektvolles Nicken in Richtung Konkurrenz
Selbst das Säbelrasseln von EA und dem neuen Battlefield scheint an diesem Panzer abzuprallen. Leslie gibt offen zu, die offene Beta des Konkurrenten gespielt zu haben und bezeichnet es als unterhaltsames Spiel. Bei Treyarch seien sie Fans aller Games und würden sich überall Inspiration suchen. Doch dann folgt die entscheidende Abgrenzung: Man konzentriere sich voll und ganz auf das eigene Handwerk. Die Konkurrenz mache ihr Ding. Das Team wisse jedoch, dass man die Wünsche der Fans erfüllen werde, wenn man die selbst gesteckten Ziele erreicht. Die ultimative Messlatte sei die interne Zufriedenheit. „Wenn wir beim Playtesting glücklich sind, dann wissen wir, dass die Fans es ebenfalls sein werden.“
Mehr als nur ein weiterer Aufguss
Hinter dieser Fassade unbeirrbarer Zuversicht steckt mehr als nur ein lauwarmer Aufguss bekannter Formeln. Call of Duty: Black Ops 7, das am 14. November erscheint, will mit Substanz überzeugen. Der offizielle Reveal-Trailer auf der Gamescom deutete nicht nur auf eine Story mit bewusstseinsverändernden Levels hin, sondern bestätigte auch einen vollwertigen Koop-Modus für bis zu vier Spieler in der Kampagne. Neben dem obligatorischen Zombies-Modus und der Rückkehr des kultigen Dead Ops Arcade wird es mit „Endgame“ sogar Post-Story-Inhalte geben, die Spieler an ihre Grenzen bringen sollen. Besonders interessant: Die Entwicklung des neuen Titels, dessen Handlung im Jahr 2035 angesiedelt ist, lief parallel zur Arbeit am letztjährigen Black Ops 6. Ein klares Indiz für eine langfristige, strategische Planung statt kurzatmiger Reaktionen.


