Börsenblick: Weihnachtsrallye unter KI-Schatten und Zinsentscheidungen
Die Anleger hoffen angesichts der jüngsten Zinssenkung durch die US-Notenbank auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung an den Aktienmärkten und eine mögliche Jahresendrallye. Dabei sorgt die neuerliche Absenkung der Leitzinsen dafür, dass die Märkte mit weihnachtlicher Vorfreude erfüllt sind. Doch drohende Wolken ziehen aus einer unerwarteten Richtung auf: Die Rentabilität milliardenschwerer Investitionen in Künstliche Intelligenz steht in der Kritik, insbesondere aufgrund von Lieferengpässen und Fachkräftemangel bei bedeutenden Unternehmen wie Oracle. Diese Sorgen, gekoppelt mit frischen US-Konjunkturdaten, bringen Unruhe in die Märkte.
Analysten weisen darauf hin, dass der Dax seinen Aufwärtstrend fortsetzt und im Dezember bereits leicht zugelegt hat. Der jüngste Rekord des Dow Jones Industrial veranlasst die deutsche Börse, auf die bisherige Bestmarke des Dax zu schielen. Marktanalysten identifizieren dabei die Marke von 24.500 Punkten als letzte Hürde, auf dem Weg zu neuen Höhenflügen.
Ein weiterer Impulsgeber könnte der anstehende US-Arbeitsmarktbericht sein, der wichtige Daten von Oktober und November liefert und damit die durch den vergangenen Regierungsstillstand aufgestaute Spannung entlädt. Die Federal Reserve befindet sich bei der Abwägung von Arbeitsmarkt- und Inflationsindikatoren auf einem schmalen Grat und hofft, durch ihre Maßnahmen das Marktvertrauen zu stützen.
Auf der anderen Seite des Atlantiks wird die bevorstehende Zinsentscheidung der EZB sowie der Bank of England von den Märkten sorgenvoll beobachtet. Während die Europäische Zentralbank aller Voraussicht nach die jetzigen Leitzinsen beibehält, bleibt der Fokus auf den drängenden Zukunftsfragen der KI.
Abseits der globalen Finanzdynamiken könnten die Zahlen von Nike und FedEx, die am Wochenende erwartet werden, bewegen, speziell für deutsche Unternehmen wie Adidas, Puma und DHL. Mit den anstehenden Unternehmensberichten von Firmen wie Thyssenkrupp Nucera und Douglas rückt das heimische Börseparken dem Jahresabschluss entgegen. Der große Verfall an den Terminbörsen könnte dabei den Schlusspunkt unter ein spannendes Börsenjahr setzen.

