Bundeswehr stärkt Raketenabwehr: Bauarbeiten auf Fliegerhorst Holzdorf gestartet
Die Bundeswehrverwaltung hat mit den Bauarbeiten für das Raketenabwehrsystem Arrow 3 auf dem Fliegerhorst Holzdorf, welcher an der Grenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt liegt, begonnen. Das strategische Projekt zielt darauf ab, bis 2025 die sogenannte Anfangsbefähigung des hochmodernen Waffensystems zu erreichen. Ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr betonte, dass das vollständige Einsatzpotenzial des Systems voraussichtlich im Jahr 2030 erreicht sein wird.
Holzdorf wird zukünftig der erste von drei geplanten Standorten für das System sein, das von Deutschland in Israel erworben wird. Die Raketen sind dazu bestimmt, gegen ankommende Bedrohungen vorzugehen und die bestehende Luftverteidigung maßgeblich zu erweitern, wobei sie eine entscheidende Lücke schließen sollen. Mit der Fähigkeit, feindliche Raketen in Höhen von bis zu über 100 Kilometern unschädlich zu machen, erreicht Arrow 3 äußere Bereiche der Atmosphäre und den beginnenden Weltraum – ein Niveau der Abwehr, das in dieser Form bislang ungenutzt war.
Die erneute Stärkung der Luftverteidigung kommt unter anderem als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und wird durch die von Deutschland initiierte European Sky Shield Initiative (ESSI) flankiert. Nach Jahrzehnten des Abbaus nach dem Kalten Krieg sind derartige Maßnahmen von neuer Relevanz. Parallel dazu wird bereits an den zwei weiteren vorgesehenen Standorten gearbeitet: Im Norden Deutschlands befinden sich die Planungen in der Vorbereitungsphase, während für den Süden die Auswahl der genauen Standorte noch nicht abgeschlossen ist.

