Bundeswehr im Aufwind: Personalstärke erstmals seit Jahren deutlich erhöht
Die Bundeswehr verzeichnet ein erhebliches Wachstum der Truppenstärke und zählt nun 184.200 Soldaten und Soldatinnen, so viele wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erklärte, dass diese Entwicklung auf das beste Einstellungsresultat seit der Aussetzung der Wehrpflicht zurückzuführen sei. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 stieg die Anzahl der aktiven Mitglieder um etwa 3.000. Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr 12.200 freiwillig Wehrdienstleistende gewonnen, ein Anstieg von über 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies wird als Zeichen des gestiegenen Vertrauens in die Bundeswehr gewertet.
Pistorius äußerte sich optimistisch, dass auch im Jahr 2026 zahlreiche junge Menschen der Bundeswehr beitreten werden. Angestrebt wird ein Wachstum der aktiven Truppe auf 260.000 Soldaten bis Mitte der 2030er Jahre, um den neuen Nato-Ziele gerecht zu werden. Gleichzeitig arbeiten das Verteidigungsministerium und die Bundeswehr daran, die Abbruchquote von knapp 25 Prozent zu senken.
Initiativen wie ein verbessertes Erwartungsmanagement und heimatnahe Angebote sollen helfen, eingestellte Soldaten zu halten. Zudem wurden rund 8.500 Soldaten überzeugt, eine längere Dienstzeit zu absolvieren, eine Steigerung um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch zeigt sich ein Rückgang bei der Zahl der Soldaten auf Zeit (SaZ), die sich befristet verpflichten. Die Wehrbeauftragten mahnen vor der Gefahr einer Überalterung der Streitkräfte, falls der Fokus zu stark auf Vertragsverlängerungen liegt.

