Bundeswehr auf Wachstumskurs: Pistorius setzt auf 100.000 neue Reservisten
Verteidigungsminister Boris Pistorius ist optimistisch, dass Deutschland bis spätestens 2030 die ambitionierte Zielmarke von 100.000 zusätzlichen Reservisten für die Bundeswehr erreichen wird. Mit dem Ausbau von Unterkünften und Ausbildungskapazitäten schaffe man die Voraussetzungen, um mehr Menschen für den Wehrdienst zu gewinnen, erläuterte der SPD-Politiker im Podcast 'Table.Today'. Gleichzeitig betont er, dass das neue Wehrdienstgesetz planmäßig zum 1. Januar in Kraft treten müsse, um die Attraktivität des Dienstes zu erhöhen.
Ursprünglich sollte der Bundestag bereits am kommenden Donnerstag das neue Gesetz in erster Lesung diskutieren. Die Beratungen sind jedoch um eine Woche verschoben worden. Pistorius zeigt sich dennoch gelassen und bezeichnet die Verschiebung als eher unbedeutend. 'Es ist keine Verzögerung um Wochen, sondern nur um eine Woche', fügte er hinzu.
In Bezug auf die geopolitischen Spannungen, insbesondere mit Russland, teilt Pistorius die Sichtweise von Bundeskanzler Friedrich Merz nicht vollständig. Während Merz jüngst in Düsseldorf äußerte, dass Deutschland weder im Krieg noch im Frieden sei, bleibt Pistorius bei einer beruhigenden Einschätzung: 'Wir sind im Frieden, auch wenn dieser durch hybride Angriffe gestört wird.' Damit verweist er auf die Herausforderungen, vor denen die deutsche Verteidigungspolitik in diesen unsicheren Zeiten steht.

